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Peter Fröhlich steht vor dem Aus

21.06.2011 | 07:00 Uhr
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Peter Fröhlich steht vor dem Aus

Düsseldorf. Der Düsseldorfer Sparkassen-Chef Peter Fröhlich hat eine Gutachten-Affäre ausgelöst. Sein rechtlicher Vorstoß gegen Verwaltungsrats-Mitglieder erweist sich als Eigentor. Wie es aus politischen Kreisen heißt, ist seine für 2012 anstehende Wiederbestellung unmöglich.

Die Tage von Peter Fröhlich als Vorstand der Sparkasse Düsseldorf scheinen gezählt. Offiziell sagt’s niemand, aber im Rathaus sind die Weichen für die Suche nach einem Nachfolger gestellt. Nicht nur die Sozialdemokraten, auch die FDP und Oberbürgermeister Dirk Elbers (CDU), immerhin Chef des Sparkassen-Verwaltungsrates, soll der Banker gegen sich aufgebracht haben.

Interviews in Bild und NRZ

Hintergrund sind zwei vom Sparkassen-Chef angeblich im Alleingang in Auftrag gegebene Rechts-Gutachten , die sich gegen seinen eigenen Verwaltungsrat richten. Auslöser war ein Zitat von Gudrun Hock (SPD), Verwaltungsrats-Mitglied und Bürgermeisterin, im Nachgang der Pooth-Affäre. Nach einem Vergleich, wonach die Sparkasse vom Pleiteunternehmer Franjo Pooth statt ausstehender 8,5 Millionen Euro nur noch eine Millionen erhalten soll, wird Hock am 25. Februar von Bild zitiert: „Dass so schnell auf Millionen verzichtet werden soll, widerspricht jedem gesunden Menschenverstand. Ich verlange rückhaltlose Aufklärung im Verwaltungsrat.“

Das von Fröhlich in Auftrag gegebene Gutachten vom 1. März kommt zu dem Schluss, wonach die Äußerungen von Gudrun Hock die „ihr obliegende sparkassenrechtliche Treuepflicht“ verletzen. Und: Gegenüber Frau Hock könne dafür Schadensersatz geltend gemacht werden. Sogar eine Abberufung als Verwaltungsrätin käme bei einem neuerlichen Verstoß in Betracht.

Das Gutachten wurde am 2. März dem Verwaltungsrat vorgestellt. Der soll mehr als entsetzt gewesen sein. Nicht wegen Hocks Äußerungen, die sie übrigens bestreitet, sondern wegen der eigenmächtigen Ermittlungen des Sparkassen-Chefs, die angeblich nicht einmal mit dem Aufsichtsrats-Chef und OB Elbers abgesprochen waren. Doch Peter Fröhlich legte nach, ließ das Gutachten erweitern. Diesmal geht’s auch um Wolfgang Scheffler (Grüne), der sich in der NRZ über den Vergleich mit Pooth geäußert hatte. Und Bürgermeisterin Agnes-Marie Strack-Zimmermann (FDP) wird als Zeugin für die angebliche Hock-Äußerung angeführt. Doch die resolute FDP-Frau lässt sich nicht als Kronzeugin instrumentalisieren und soll stinkesauer sein, ebenso der nicht gefragte OB.

Stand der Dinge: Die Mehrheit des sechsköpfigen Sparkassen-Verwaltungsrates ist mehr als sauer auf Peter Fröhlich. Seine Wiederwahl 2012 soll, so erfuhr die NRZ, unmöglich sein.

Götz Middeldorf

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2011-06-21 07:00
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