Peta darf Kuh-Plakat in Düsseldorf nicht aufhängen

Dieses Plakatmotiv der Tierschutzorganisation "Peta" wollte ein Anbieter von Werbeflächen in Düsseldorf nicht aufhängen.
Dieses Plakatmotiv der Tierschutzorganisation "Peta" wollte ein Anbieter von Werbeflächen in Düsseldorf nicht aufhängen.
Foto: Peta
Was wir bereits wissen
Die Tierrechtsorganisation Peta wollte mit einem Plakat über Milch aufklären. Dem Anbieter der Werbefläche war das Motiv zu heftig. Er lehnte es ab.

Düsseldorf.. Am 1. Juni ist der Tag der Milch. Die internationale Milchwirtschaft hat diesen Tag im Jahr 1949 ins Leben gerufen, um die Milch als natürliches und gesundes Getränk zu bewerben. Die Tierrechtsorganisation Peta sieht das anders. Mit einer Plakataktion wollte sie heute in Düsseldorf auf das Leid vieler Milchkühe aufmerksam machen. Doch der Vermieter der Werbeflächen weigerte sich.

Es ist wirklich kein schöner Anblick: Aufgehängt an einem Bein liegt der leblose Körper einer Kuh auf nackten Fliesen. An der weiß gekachelten Wand dahinter sind Blutspritzer. Darüber steht in dicken roten Lettern: "So sterben Milchkühe!" Dieses Motiv wollte Peta unter anderem an der Düsseldorfer Westfalenstraße nahe eines Molkereibetriebs aufhängen lassen. Weitere Flächen in Städten wie Nürnberg, Wiesbaden und Heilbronn wurden ebenfalls nachgefragt.

Anbieter befürchten Beschwerden

„Eine entsprechende Buchungsanfrage für sechs Großplakatflächen wurde jedoch abgelehnt, da die Anbieter Beschwerden befürchten“, so Peta gestern. Mit dem Motiv der sterbenden Kuh wollte die Organisation Passanten und Kunden der Unternehmen darauf aufmerksam machen, „wie tierverachtend der Umgang mit den sensiblen Lebewesen in der Milchindustrie ist“. Laut Peta stehen für die menschliche Ernährung genügend Alternativen wie Hafer-, Reis- oder Sojadrinks zur Verfügung, für die kein Tier leiden muss.

"Die Kunden haben ein Recht darauf, zu erfahren, woher die Milch auf ihrem Frühstückstisch kommt. Nur wer informiert ist, kann sich tierfreundlich entscheiden“, sagt Lisa Wittmann, Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie bei Peta. „Vielen Milchtrinkern ist schlicht nicht bewusst, dass Kühe für ihren Konsum immer wieder aufs Neue geschwängert und von ihren Neugeborenen getrennt werden, um nach wenigen Jahren im Schlachthaus getötet zu werden."

Peta sieht Einschränkung der Meinungsfreiheit

Für die Entscheidung des Werbeflächenanbieters hat Peta kein Verständnis: "Die Zensur der Plakate durch die Anbieter kommt einer Einschränkung der Meinungsfreiheit gleich." Ein Angebot der Firma, eine entschärfte Version des Plakats zu entwerfen, kam laut Lisa Wittmann nicht in Frage: "Das Bild zeigt die Wahrheit, da gibt es nichts zu entschärfen." Peta sei nicht bereit, durch abgemilderte oder geschönte Bilder Tierquälerei zu verharmlosen.