Pendler saßen am Hauptbahnhof stundenlang fest

Nichts geht mehr, wie auch die elektronische Anzeige am Düsseldorfer Hauptbahnhof belegt.
Nichts geht mehr, wie auch die elektronische Anzeige am Düsseldorfer Hauptbahnhof belegt.
Foto: Baumbach
Was wir bereits wissen
Sturmtief Niklas: Düsseldorfer Feuerwehr am Dienstag im Dauereinsatz. Kamin fiel auf ein Auto. Heinrichstraße komplett dicht.

Düsseldorf..  Wie Maja Hauschild aus Urdenbach ging es am Dienstag vielen Düsseldorfern. Um 9.30 Uhr hatte sich die 21-Jährige mit dem Bus zum Benrather S-Bahnhof aufgemacht und wollte von dort mit einem Regionalzug zur Arbeit in die City. Es kam keiner. „Ich stand mindestens eine halbe Stunde auf dem Bahnsteig, bis die Durchsage kam, dass alle Züge zwischen Köln und Düsseldorf ausfallen“, sagte Hauschild zur NRZ.“ Erst sollten die Bahnen fünf Minuten später kommen, dann 15, dann 45. Was ist das für eine Informationspolitik?“

Sturmtief „Nilkas“ hatte derart gewütet, dass die Deutsche Bahn ihren kompletten Nahverkehr für den gesamten Tag einstellte. Nichts ging mehr. Die ersten verzweifelten Pendler hatten schon morgens die Auswirkungen des Orkans in Kauf nehmen müssen. Einer von ihnen war Timm Wolf. Auf dem Weg von Bonn nach Essen strandete er am Bahnhof Düsseldorf. „Ich habe anderthalb Stunden hier gestanden, erst dann kam die endgültige Meldung, dass es nicht weiter gehen wird“, schimpfte er.

Feuerwehr war schon in der Nacht zumk Montag pausenlos unterwegs

Ein erhöhtes Einsatzaufkommen verzeichnete die Feuerwehr bereits am frühen Vormittag. Bis elf Uhr waren die Retter zu 35 Einsätzen gerufen worden. Gegen 16 Uhr waren es schon 67 Einsätze. „Hauptsächlich handelt es sich hierbei um Bäume, welche umzustürzen drohten oder bereits umgestürzt sind“, hieß es von Seiten der Feuerwehr, die schon in der Nacht von Sonntag auf Montag wetterbedingt pausenlos im Einsatz gewesen war.

Großes Verkehrschaos verursachte ab 15 Uhr ein Einsatz der Feuerwehr an der Heinrichstraße: Dort bestand die Gefahr, dass Dachziegel und Teile der Schornsteine von mehreren Häusern auf die Fahrbahn fallen. Zwei Kamine waren bereits herunter gestürzt – einer auf den Bordstein, einer sogar auf ein auf der Straße geparktes Auto. Die Retter trugen mit der Drehleiter weitere Kamine von dem Dach ab. Die Heinrichstraße – hoch frequentierte Verbindungslinie zum nördlichen Zubringer – musste während der Maßnahmen komplett gesperrt werden, sodass sich der Verkehr über Kilometer staute.

Großaufgebot auf der Fleher Brücke

In Mitleidenschaft gezogen wurden auch Bauzäune und Verkehrsschilder. Eine 15 Meter hohe Tanne, die drohte auf die Danziger Straße zu stürzen, wurde von der Feuerwehr abgetragen. Ein Großaufgebot gab es auch auf der Fleher Brücke, die zwischenzeitlich gesperrt werden musste. Hier drohte ein Lkw umzustürzen.

Später beruhigte sich die Lage allmählich. „Es ist deutlich entspannter als noch heute Vormittag“, so Feuerwehrsprecher Björn Uhr am Abend zur NRZ. „Es ploppen aber trotzdem hier und da noch Notrufe auf. Von Entwarnung kann man daher noch nicht sprechen.“ Verletzte gab es glücklicherweise nicht.

Wegen der stürmischen Wetterlage machte das Gartenamt aus Sicherheitsgründen den Wildpark vorzeitig dicht. Auch am Mittwoch bleibt die Anlage wegen Aufräumarbeiten geschlosen. Die städtischen Friedhöfe sind, nachdem die letzten Beisetzungen am Dienstagmittag vorgenommen wurden, aus Sicherheitsgründen ebenfalls geschlossen worden.

Unzählige ausgefallene Züge – endlose Schlangen am Service-Schalter der Deutschen Bahn im Hauptbahnhof – tausende Pendler saßen fest. Die Rheinbahn nutzte die Gunst der Stunde und warb auf ihren elektronischen Anzeigetafeln in eigener Sache: „Die Deutsche Bahn hat ihren Nahverkehr eingestellt – Nutzen Sie die Alternativen der Rheinbahn.“