Passantin über den Fuß gefahren?

Ein Unfall beim Verlassen einer Tiefgarage in der Düsseldorfer City im vergangenen November sollte den Fahrer eines Geländewagens teuer zu stehen kommen. Weil er damals in der Nähe der Königsallee eine Fußgängerin übersehen habe und ihr angeblich über den Fuß gefahren sei, wurden ihm 3000 Euro Strafe und ein Monat Fahrverbot aufgebrummt.

Doch dagegen protestiert der Fahrer (54) heute (8.45 Uhr, Saal 1.108) beim Amtsgericht.

Mit einem schmerzenden Fuß kam eine 28-jährige Frau damals aus ihrer Mittagspause zurück. Mit zwei Kollegen war sie Büronähe an der Huschbergerstraße zu Fuß unterwegs – und das Trio passierte gerade die Ausfahrt zu einer privaten Tiefgarage, als genau in diesem Moment ein Mediziner mit seinem Geländewagen auf die Straße fahren wollte. Laut Anzeige hatten die Kollegen noch versucht, die Frau vor dem Wagen zu warnen oder sie beiseite zu ziehen. Das misslang angeblich.

Auf der Motorhaube „abgefangen“

Die 28-Jährige gab an, sie habe sich mit dem Oberkörper auf der Motorhaube des Autos „abfangen“ müssen, um nicht zu stürzen. Dabei sei ihr der Autofahrer mit seinem Wagen aber über den rechten Fuß gerollt. Der 54-Jährige habe gestoppt und noch erklärt, die Frau solle „besser aufpassen“. Genau das hielt die Frau ihm angeblich aber auch vor. Beide Seiten einigten sich aber dennoch darauf, zunächst keine Polizei zu rufen.

Die Visitenkarte, die der Arzt hinterließ, nutzte die Frau erst Stunden später. Denn weil der Schmerz in ihrem Fuß abends nicht abklang, sondern eine Quetschung festgestellt wurde, ging die Frau doch zur Polizei. Gegen einen schriftlichen Strafbefehl wegen fahrlässiger Körperverletzung legte der Mediziner jedoch Widerspruch ein.

Zum Prozess ist heute nicht nur die angefahrene Frau selbst geladen, sondern auch ihre beiden Kollegen sowie eine unbeteiligte Augenzeugin.