Passant bei Rocker-Streit in Düsseldorf durch Schüsse verletzt

Dutzende Polizeiwagen zeigten am Wochenende Stärke beim Großeinansatz gegen Rocker.
Dutzende Polizeiwagen zeigten am Wochenende Stärke beim Großeinansatz gegen Rocker.
Foto: Tom Thöne / WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Bei einem Gewaltausbruch in der Düsseldorfer Rocker- und Türsteher-Szene sind in der Silvesternacht Schüsse gefallen und mindestens zwei Menschen verletzt worden. Das gibt die Polizei jetzt bekannt.

Düsseldorf.. Bei Gewaltausbrüchen in der Rockerszene sind in Nordrhein-Westfalen in der Silvesternacht mindestens vier Menschen durch Schüsse und Messerstiche verletzt worden. In der Düsseldorfer Altstadt seien zwei Männer von Kugeln getroffen worden, als Hells-Angels-Rocker mit massiver Gewalt versucht hätten, einen Club zu stürmen. So berichtet die Polizei am Dienstag.

Der Türsteher des Clubs wird demnach zum Umfeld der verfeindeten Bandidos gezählt. Den Ermittlungen zufolge waren die Schüsse aus dem Club abgefeuert worden. Einer der Verletzten gehöre den Hells Angels an, der andere sei ein unbeteiligter Passant, der von einer Kugel in die Brust getroffen worden sei, berichtete die Polizei. Der 40-jährige Türsteher wird nun wegen versuchten Totschlags gesucht und ist abgetaucht. Die Tatwaffe ist verschwunden.

In der gleichen Nacht waren in Oberhausen nahe eines Rotlichtviertels zwei Männer niedergestochen und lebensgefährlich verletzt worden, von denen mindestens einer ebenfalls den Hells Angels zugerechnet wird.

Polizei errichtet Kontrollposten in der Altstadt

Weil die Polizei in Düsseldorf einen Racheakt der Hells Angels befürchtete, hatte ein Aufgebot von rund 150 Polizisten am vergangenen Wochenende rund um die Altstadt Kontrollposten errichtet und 47 Männern Platzverweise erteilt. So sei eine erneute Eskalation vermutlich verhindert worden. Dabei sei auch ein Hells Angel mit einem Oberschenkel-Durchschuss aufgefallen, der aus der Silvesternacht stamme. Zeugen zufolge war ein weiterer Rocker am Bein getroffen worden, der aber bislang nicht ermittelt werden konnte.

Düsseldorf zählt wie weite Teile des Rheinlands zum Revier der Hells Angels, während die Bandidos das Ruhrgebiet für sich beanspruchen. Experten befürchten, dass ein Vordringen der Bandidos nach Düsseldorf von den Hells Angels als Kampfansage verstanden werde. Bei der Kontrolle eines Wagens war am Sonntag in Düsseldorf ein Hells Angel aus Hannover entdeckt worden. Im Wagen sei die Polizei auf einen scharfen Revolver und Messer gestoßen.

Dutzende Hells Angels vor Klinik

Der Betreiber des betroffenen Altstadt-Clubs habe ausgesagt, vom Rocker-Hintergrund der Türsteher nichts gewusst zu haben. Nach der Bluttat in Oberhausen hatten sich Dutzende Hells Angels am Wochenende vor der Klinik versammelt, in der ihr Kumpan behandelt wurde. Diese hatten sich dann auf den Weg nach Düsseldorf begeben. (dpa)