Partylärm auf der Bolkerstraße: Sind Beschwerden angebracht oder „typisch deutsch“?

Zum NRZ-Artikel „Stadt schickt Lärmpatrouillen durch die Altstadt“ vom vergangenen Mittwoch, erreichten uns viele Kommentare im Internet unter www.nrz.de/duesseldorf:

Warum werden Kneipen nicht direkt verboten? Erst das Rauchverbot nun das Feierverbot. Am besten verwandelt man alle Städte direkt in Friedhöfe.
NicknameNick

Nicht vergessen: die Beschwerden kommen, seitdem die Kneipiers angefangen haben, ein Lautstärke-Battle zu starten. 80 Dezibel - einfach mal danach googeln, was das für Lautstärken sind. Die Bewohner wissen sicherlich, dass sie in einer Kneipengegend wohnen, aber irgendwann ist auch Schluss mit Lustig. Wer hier von Querulantentum o.ä. spricht, hat schlicht nicht verstanden, dass solche Lautstärken mit denen von Flughäfen und Bahntrassen direkt vor der Haustür vergleichbar sind. Nicht die Anwohner sollten sich was schämen, sondern die Wirte, die sich gegenseitig mit immer lauteren Anlagen um die Besucher streiten. Wie soll eine Behörde denn sonst Kenntnis von regelwidrigem Verhalten Kenntnis erhalten, wenn nicht durch Zufall oder eben Beschwerden? Und: Ob eine Beschwerde anonym oder offiziell mit Briefkopf vorgetragen wird, ist dabei doch egal

Bliebert

Anonyme Anzeigen sollten von den Ämtern erst gar nicht angenommen werden. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass das häufig Racheakte sind, mit denen man jemanden schaden oder zumindest ärgern will und die keinerlei sinnvolle oder reale Begründung haben.

wa2911xxxx


Warum kann „der“ Deutsche nicht mit offenem Visier antreten? Warum kann er sich nur dann auskotzen, wenn er weiß, dass man ihn für seine Worte und/oder seinem Verhalten nicht zur Rechenschaft ziehen kann/wird?
JG54

Die Antwort darauf können Sie gern haben: Meine schwerbehinderte Nachbarin (über 70 Jahre alt!) kann wegen des Lärms der Nachbarkneipen nicht schlafen und hat sich zweimal persönlich bei der Wirtin beschwert: Antwort der Gäste: „Eh Alte, verschwinde in Dein Altenheim, wenn du nicht pennen kannst.“ Ich hoffe, dass Sie nie in die Situation kommen werden, als körperlich schwächerer sich so bedroht zu fühlen. Und in Düsseldorf geht es den Anwohnern Gold gegenüber Essen, wo das Ordnungsamt regelmäßig „keine Beanstandungen feststellen konnte“.
Halima

Warum nicht mit offenen Visier antreten? Weil man dann von den lärmenden Alkoholikern bedroht wird. Oft genug selbst erlebt. Ich kann jede anonyme Anzeige gut verstehen. Man will sich ja am nächsten Tag auch noch auf die Straße trauen.
ungezogen


Was haben die Beschwerden mit „typisch deutsch“ zu tun? Bei so etwas, wenn sich die jeweiligen Lokalitäten gegenseitig übertrumpfen, geht es eben nicht nur um Nachbar xy, der seinen Rasen zur falschen Zeit mäht. Haben Sie zum Beispiel einmal bei Schichtarbeit versucht zu schlafen, während gegenüber Party gemacht wird und sie kein Auge zu machen können?
Helmchen801


Draußen keine laute Musik mehr? Toll, dann werden die Nikotinabhängigen wenigsten vor Gehörschäden geschützt...
FMGO50

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