Pantel: „Keine Inklusion um jeden Preis“

Vor dem Hintergrund drohender Schließungen von Förderschulen in der Landeshauptstadt übt die Düsseldorfer Bundestagsabgeordnete Sylvia Pantel (CDU) harsche Kritik am landesweit umgesetzten Konzept der Inklusion, also dem gemeinsamen Lernen von Schülern mit und ohne Handicap. „Ich betrachte die Entwicklung mit großer Sorge. Eltern haben künftig kaum noch Wahlmöglichkeiten zwischen Förder- und Regelschule. Auch die Differenzierung nach Förderschwerpunkten fällt weg. Ich halte es für eine Errungenschaft, dass wir differenzierte Angebote für unterschiedliche Begabungen und Leistungsfähigkeiten haben“, sagt die frühere CDU-Schulexpertin im Rat.

Aufgrund neuer Landes-Verordnungen hatte die Verwaltung kürzlich ein Konzept präsentiert, dass die Schließung und Zusammenlegung von Förderschulen mit den Schwerpunkten Lernen (LE) sowie emotionale und soziale Entwicklung (ESE) vorsieht.

Pantel kann „nicht nachvollziehen, welchen Vorteil es für ein Kind bringt, wenn es seine Lebenszeit für ein unerreichbares Ziel vertut“. Eine individuelle und gute Förderung in einer kleinen Gruppe in einem geschützten Raum sei derzeit in Regelschulen kaum zu leisten, glaubt die Mutter von fünf Kindern. Ihrer Überzeugung nach konnte auch bislang jedes Kind unabhängig von seiner Behinderung mit der entsprechenden Leistung jeden Schulabschluss erwerben.

Dagegen sei die jetzt betriebene „Inklusion um jeden Preis“ kontraproduktiv. So würden in einem streng inklusiven Bildungssystem nichtbehinderte und behinderte Kinder, beispielsweise mit Rollstuhl, Down-Syndrom oder psychischen Behinderungen, gemeinsam unterrichtet, und zwar unabhängig von ihrer Begabung, Neigung und geistigen Entwicklung. „Die besondere Förderung kann in den weiterführenden Regelschulen so nicht geleistet werden, weil es dort an Personal, Geld und Räumen fehlen“, meint Pantel.