Sportförderung
Pakt für den Sport in Düsseldorf
08.09.2010 | 12:19 Uhr 2010-09-08T12:19:00+0200
Düsseldorf.In der Zuverlässigkeit für den Vereinssport wie auch für die offene Ganztagsschule ist die Stadt Düsseldorf die Nr. 1 im ganzen Land. Die Stadt garantiert dem Sportbund jährlich 1,6 Millionen Euro bis 2015. Davon profitieren Ganztagsschulen und Vereine.
In einem „Pakt für den Sport“ sicherte Oberbürgermeister Dirk Elbers dem Stadtsport-Präsidenten Peter Schwabe eine ungekürzte Förderung von jährlich 1,6 Millionen Euro bis zum Ende des Jahres 2015 zu. Im Rathaus setzten beide ihre Unterschriften unter den Vertrag, der aus einer freiwilligen Leistung der öffentlichen Hand eine mittelfristige Planungssicherheit macht. Ein solches Vertragswerk hat die Stadt auch mit den Wohlfahrtsverbänden geschlossen, beide Vereinbarungen suchen ihresgleichen. Erstmals hat es sie 2003 gegeben.
Der Clou des Sport-Pakts ist die Einbeziehung der sportlichen Betreuung in den offenen Ganztagsschulen. „Wir sind an 88 Grundschulen mit Übungsleitern tätig, und ich hoffe, dass wir das nicht in den hauptamtlichen Bereich überführen müssen. Nur so lebt es“, sagt der oberste Sportfunktionär Schwabe.
15 Mal auch vormittags
Sportdezernent Burkhard Hintzsche freut sich, dass die Ganztagsschul-Angebote nicht nur „additiv“ an Nachmittagen zustandekommen, sondern inzwischen auch „integrativ an 15 Grundschulen“: Da kommen Übungsleiter auch vormittags zum Sportunterricht.
Sportunterricht mit Ehren- oder Nebenamtlern, das hat es viele Jahre in NRW nicht gegeben. Jetzt werden qualifizierte Fachleute eingesetzt, die mindestens Fach-Übungsleiterscheine erworben haben. Der Stadtsportbund stellt Qualitätskontrollen und Fortbildungen sicher. Auch selbstständige Sportlehrer gehören zum System. Sie erhalten, je nach Qualifikation, zwischen 7,50 und 25 Euro für ihren Job in der Ganztagsschule.
Schwabe: „Ich habe das zuerst sehr kritisch gesehen. Aber wir sind auf gutem Weg.“ Aus Sicht des Sportbundes bleibt auch der befürchtete Austritt aus den Vereinen aus. Im Gegenteil, die Zahl der Mitglieder bis 18 Jahren ist um 6000 (17%) gewachsen. Insgesamt werden knapp 120 000 Mitglieder in den Düsseldorfer Sportvereinen gezählt.
Die Vernetzung ändert sich
Der Sportbund organisiert vieles in Eigenregie, unter anderem die Vergabe von Sporthallen, die zu fast 100 Prozent ausgelastet sind. Die Zukunft liegt in einer engeren Vernetzung von haupt- und ehrenamtlicher Arbeit. Über die garantierten 1,6 Millionen Euro für den Dachverband des Düsseldorfer Sports hinaus zahlt die Stadt weitere Millionen an Zuschüssen an die Vereine und erstattet die anfallende Honorare für die Arbeit in den Schulen.
Eine garantierte Höhe bestimmter Fördergelder ist auch das Vorbild für die neue rot-grüne Landesregierung. Mit dem bisherigen Rüttgers-Modell, das die Sportzahlungen von Lotterieausschüttungen abhängig machte, war der Landessportbund nie wirklich zufrieden. Jetzt ist davon die Rede, dass das Düsseldorfer Stadtmodell auf die NRW-Landesebene übertragen werden soll.
Und Düsseldorf? „Wir treffen uns kurz vor Weihnachten 2015 hier wieder“, versprach Elbers dem Stadtsportbund.
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