Ortsumgehungen: Keine Fortschritte

Flingern/Gerresheim..  Mit den zwei Vorlagen in der Bezirksvertretung 8 zum Stand der Ortsumgehungen Gerresheim und Flingern hat die Verwaltung bei der CDU-Fraktion für Unmut gesorgt. „Es ist beschämend, dass die beiden bedeutendsten Verkehrsprojekte für den Stadtbezirk 8 seit Jahren verzögert werden und dadurch die Verkehrsentlastung für die Anwohner verhindert wird“, kritisiert der CDU-Verkehrsexperte Rolf Schulte. Demnach werde es in den kommenden Jahren trotz steigender Einwohnerzahlen kaum Fortschritte bei den zwei Verkehrsentlastungen geben. Bei der Ortsumgehung L404n in Gerresheim sei eine konkrete Planung der Abschnitte Höherweg, Höherhofstraße und Umfahrung Glashüttenstraße „zeitlich nicht absehbar“.

Die Planung zum Abschnitt Gubener Straße werde erst mit der Erschließung des Glasmacherviertels vorgestellt. Radwege würden mit einer Realisierung der Ortsumgehung oder im Rahmen eines Radschnellweges von Düsseldorf nach Erkrath angelegt. Zuletzt hatte die Bezirksvertretung 7 es mit knapper Mehrheit abgelehnt, mit dem Bau einer Entlastungsstraße für die Glashüttenstraße zu beginnen. Die Ampel im Stadtrat hatte die Idee bereits zuvor verworfen. Der Grund dafür war, dass die Düsselaue für die Frischluftzufuhr im Osten der Stadt dringend benötigt werde und nicht angetastet werden soll.

Zweifel hegt darüber hinaus die FDP in der BV7, dass die von der Ampel im Stadtrat angeregte Reduzierung von vier auf zwei Spuren zu einer spürbaren Entlastung von Gerresheim führe. SPD, Grüne und FDP hatten in ihrer Kooperationsvereinbarung festgelegt, dass Ortsumgehungen grundsätzlich nur noch zweispurig geplant würden. Von Seiten der CDU wird zudem die Sorge geäußert, dass ein möglicher Wegfall der Ortsumgehung in Flingern nicht ohne Auswirkungen auf die verkehrliche Belastung in Gerresheim bleiben werde, insbesondere für das Glasmacherviertel. Für die Ortsumgehung Flingern – so hieß in der Bezirksvertretung 8 – liege die Planung für den Abschnitt von der Königsberger Straße bis zu den Eisenbahnbrücken zwar seit 2011 vor, ebenfalls seien die Kanalbauarbeiten bereits abgeschlossen. Die Verwaltung würde die Umsetzung – nicht zuletzt wegen beidseitig geplanter Radwege – auch befürworten, allerdings stünden derzeit keine Haushaltsmittel zur Verfügung. Erst für 2016 könne man – unter Verzicht auf Fördermittel – gegebenenfalls einen Ausführungs- und Finanzierungsbeschluss herbeiführen. Aufgrund fehlenden Geldes sei für den Bereich zwischen den Eisenbahnbrücken und Hellweg ebenso auf die Einleitung eines Baurechtsverfahrens verzichtet worden. Auf kurzfristige Maßnahmen zur Entschärfung der Verkehrslage an der Kreuzung Höherweg/Ronsdorfer Straße sowie der Situation für Fußgänger und Radfahrer auf der Königsberger Straße werde verzichtet. Die CDU will nun in einer öffentlichen Veranstaltung am 25. Februar um 19 Uhr im Schützenhaus Vennhausen das Problem mit Experten aus dem Stadtrat diskutieren.