Open Source Festival ist abseits von Mainstream und Kommerz

Open Source Festival auf der Rennbahn in Duesseldorf.
Open Source Festival auf der Rennbahn in Duesseldorf.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Zum neunten Mal in Folge steigt das Open Source Festival am 27. Juni auf der Galopprennbahn in Düsseldorf-Grafenberg.

Düsseldorf.. Kein kommerzieller Headliner, dafür ein geringerer Eintrittspreis als im vergangenen Jahr. Ein Lächeln dürfte Open Source-Fans bei diesen Nachrichten übers Gesicht huschen. Sollte Max Herre im vergangenen Jahr dem Festival eigentlich einen Auftrieb nach oben geben, wurde nicht nur hinter vorgehaltener Hand über diese Wahl geschimpft. Zu dieser Entscheidung passte, dass zur diesjährigen Pressekonferenz ins ehemalige Kraftwerk KlingKlang Studio eingeladen wurde. In seinem zehnten Jahr wird das Festival wieder abseits von Mainstream und Kommerz musikalisch Ungewöhnliches bringen. Eben viel elektronische Musik, die mit Düsseldorf so verwoben ist, wie auch Indiemusik.

Aber warum große Worte verlieren, dachten sich die Organisatoren. Vor der Präsentation des diesjährigen Programms gaben Harmonious Thelonious and The Cuban Nightmare Band aus Düsseldorf eine knapp 20-minütige Kostprobe ihrer Musik. Die Anwesenden wippten mit, sahen sich bei den elektronischen Klängen mit Anleihen lateinamerikanischer und afrikanische Rhythmen wohl schon auf der Wiese der Galopprennbahn in Grafenberg an einem warmen Sommerabend chillen. Zum neunten Mal in Folge steigt das Open Source Festival dort am Samstag, 27. Juni, 13 bis 24 Uhr.

Geisel ist Schirmherr

„Im ersten Jahr war das Freibad Lörick Ausrichtungsort. Und es hat in Strömen geschüttet“, erinnert sich Kulturdezernent Hans-Georg Lohe an die Premiere. Heute schreibt er dem Open Source einen hohen Stellenwert in der Festivallandschaft zu. Mit 110.000 Euro wird die Veranstaltung von der Stadt bezuschusst. Und Oberbürgermeister Thomas Geisel, im vergangenen Jahr noch als Privatmann auf dem Festivalgelände unterwegs, ist Schirmherr.

Szene „Es gab immer Stolpersteine, aber auch Euphorie, wenn etwa die Sonne geschienen hat“, blickt Philipp Maiburg, Künstlerischer Festivalleiter, auf die vergangenen Jahre zurück. Da wird nicht mehr über Max Herre gesprochen, sondern an unvergessene Auftritte von Künstlern wie Dean Blunt im vergangenen Jahr erinnert. „Das Management sagte, dass wir eine der wenigen Veranstaltungen sind, wo er überhaupt auftreten kann“, so Maiburg.

Sehr stolz sei man auf das diesjährige Programm. Da ist die Band Metronomy („Wollten wir schon lange“). Wie Death Cab for Cutie („Gerade eine neue CD herausgebracht“) Oder Kakkmaddafakka („Schon lange Gespräch geführt“).Wieder dabei ist auch Honig aus Düsseldorf. „Ich werde dieses Jahr besser genießen können“, verrät Stefan Honig. Im letzten Jahr als erster auf der Main Stage, kann er sich in diesem auf einen späteren Auftritt freuen. Und der Bart, der ihn im letzten Jahr so zum Schwitzen gebracht hat, ist gestutzt.

„Anders als die Musik ist auch das Rahmenprogramm dieses Festivals“, so Maiburg. In 16 so genannten Open Squares werden sich Macher junger Ideen aus den Bereichen moderne Kunst, Design und Mode präsentieren. Apropos junge Macher: Auch 2015 gibt es die Young Talent Stage. Junge Bands können sich noch bis zum 31. März bewerben. 100 Bewerbungen liegen bereits vor. Acht von ihnen werden ausgewählt. Sie werden am 27. Juni auftreten.