Olympia-Qualifikations-Turnier wurde gekippt

Wer Europa bei den Olympischen Spielen in Rio 2016 im Taekwondo vertritt, hätte nach Einschätzung vieler Experten in Düsseldorf ermittelt werden können. Für das höchste Qualifikationsturnier des Kontinents mit mehr als 150 Teilnehmern aus 35 bis 40 Ländern galt die NRW-Landeshauptstadt als Favorit. Nun aber hat die Deutsche Taekwondo Union keine Bewerbung eingereicht, das Ereignis wird deshalb in einem anderen Land ausgetragen. Über die Ursachen dieses gescheiterten Spitzensport-Ereignisses gibt es sehr unterschiedliche Auffassungen bei Vertretern des Sports und der städtischen Tochter Düsseldorf Congress Sport Event (DCSE).

Einig sind sich die Beteiligten noch darüber, dass man sich mal einig war. Ende Oktober hatten sich Vertreter beider Seiten das Castello in Reisholz angesehen und als ideale Wettkampfstätte festgemacht. Die DCSE bot an, die Halle der Taekwondo-Union zur Verfügung zu stellen und die Lizenzgebühren beim Weltverband zu übernehmen. Mitte Dezember gingen die Positionen dann auseinander.

Knackpunkt waren dabei die Nebenkosten der Veranstaltung, eine Summe die nach RP-Informationen bei 50 000 bis 60 000 Euro liegt. In den ersten Verhandlungen hatte die DCSE nach Angaben der Taekwondo Union zugesagt, auch diesen Anteil zu übernehmen. Im Dezember war sie dazu nicht mehr bereit und erhöhte damit das finanzielle Risiko für den kleinen Verband so, dass dieser sich nicht bewerben konnte.

Bei der DCSE scheint man mit anderen Zuschauerzahlen kalkuliert zu haben. Nach RP-Informationen waren die Besucherzahlen des mehrfach in Düsseldorf ausgetragenen Judo-Grand-Prix Grundlage für die Kalkulation auf Düsseldorfer Seite.

Die realistische Publikumsgröße liegt aber bei einem Drittel der ursprünglich angenommen Zahl. DCSE-Geschäftsführer Martin Ammermann wollte die Abläufe auf Anfrage nicht bestätigen. Es habe Gespräche geben, die DCSE habe Unterstützung angeboten und dann habe die Taekwondo Union mitgeteilt, dass sie sich nicht bewirbt. „Wir hätten die Veranstaltung gerne gehabt, auch weil wir Bundesstützpunkt sind“, so Ammermann.