Ohne Führerschein, aber mit Stil
13.02.2012 | 17:29 Uhr 2012-02-13T17:29:00+0100
Düsseldorf.Er kennt sich mit Zahlen aus. Und fährt gern teure Autos, obwohl er keinen Führerschein hat. Eigentlich müsste der 56-Jährige da mit Strafverfolgung rechnen, doch bisher entging er dem. Jetzt aber könnte die Justiz doch durchgreifen.
Weil er 2010 und 2011 insgesamt fünf mal ohne Führerschein hinterm Steuer erwischt worden war, sollte sich der Mathematiker und Ingenieur jetzt vor dem Amtsgericht verantworten. Dreimal war er in seinem Jaguar gesichtet worden: zweimal in Lohausen, einmal in Kaiserswerth.
Auf dem Konrad-Adenauer-Platz fiel er mit seinem Audi auf und im Juni 2011 war er sogar mit einem Aston Martin unterwegs – wieder in Kaiserswerth. Dabei baute er noch einen Unfall mit 9000 Euro Sachschaden. Und hatte Alkohol im Blut.
Doch zum aktuellen Termin konnte das Amtsgericht nicht verhandeln. Denn der Angeklagte meldete sich krank. Nur wenige Stunden vor dem Termin in Düsseldorf hätte er in Neuss zu einem Prozess erscheinen müssen, meldete sich dort krank. Deshalb schickte das Neusser Gericht einen Arzt, der bestätigte: Der 56-Jährige ist nicht verhandlungsfähig - das galt dann auch für Düsseldorf.
Die Düsseldorfer Richterin war frustriert, denn es war schon der vierte Anlauf für den Prozess: Im Mai, Juli und September 2011 hatte sie bereits Verhandlungstermine angesetzt, jedes Mal hatte der Angeklagte ein Attest eingereicht.
Ärgerlich zudem: Die Justiz möchte dem notorischen Straftäter mit dem Urteil auch die Autos entziehen. Doch das scheiterte ja bisher. Nun zieht die Richterin eine vorläufige Entziehung in Erwägung, die auch ohne Urteil möglich ist. Vielleicht motiviert das den Fahrer auch, endlich vor Gericht zu erscheinen.
13:25
Ihren Titel "..aber mit Stil" halte ich für reichlich deplaziert.
Der Leser muß doch vermuten, dass das "mit Stil" sich auf den Menschen bezieht.
Aber das Gegenteil triftt ja wohl zu: Es handelt sich um einen ignoranten, egoistischen, unbelehrbaren Straftäter!!
Für mich ist es wirklich unerklärlich, dass jemand, der keinen Führerschein besitzt, innerhalb von 2 Jahren sage und schreibe 5 x beim Fahren erwischt wird, von der Justiz so verschont wird...
(5 x erwischt werden bedeutet ja wohl hunderte Male unerkannt gefahren zu sein).
Neben den enormen Kosten, die dem Justiz-Apparat entstehen, kommt das Unverständnis für das NICHT-Handeln der Justiz.
JA, nehmt diesem notorischen Schwarzfahrer seine Autos weg!!
Es gibt Fälle, da wurden nototischen, unbelehrbare Öffentliche-Verkahrsmittel-Schwarzfahrer nach ettlichen Wiederholungstaten OHNE Bewährung ins Gefängnis geschickt.
Wenn ich eine Verhältnismäßigkeit heranziehe, dann wäre dies - aus Schutz der Bevölkerung - hier ebenfalls unbedingt erforderlich: Fasst diesen Verbrecheer doch nicht mit Samthandschuhen an!! Dafür hat wirklich keiner Verständnis!