Oberbilker Markt: Umbau soll im Mai beendet sein

Oberbilk..  Wer in diesen Tagen über den Oberbilker Markt läuft beziehungsweise ihn wegen der Bauarbeiten umrundet, könnte den Eindruck gewinnen, dass das große Umbauprojekt seit Längerem stillsteht. Doch es ist genau das Gegenteil: Die Arbeiten zur Neugestaltung, Verschönerung und Aufwertung des zentralen Marktes kommen gut voran. Am deutlichsten ist der Fortschritt der Arbeiten zurzeit aber am Puschkinplatz zu erkennen, der auch Teil des Projekts ist: Dort wurden zum Beispiel ein Hochbeet mit Naturstein saniert und mit Zierkirsche, Gräsern und Bambus bepflanzt. Mehrere Lichtstelen wurden bereits aufgestellt und instand gesetzt und illuminieren inzwischen den sonst eher dunklen Platz gegenüber dem Land- und Amtsgericht – einigen Bürgern würde es aber besser gefallen, wenn das Licht nicht ganz so grell wäre.

Leitsystemen für Sehbehinderte

Nach vielen Jahren der Planung und scheinbar endlosen Diskussionen über die Art der Umgestaltung und die Finanzierung waren im vergangenen Sommer die Arbeiten zur Aufwertung des Oberbilker Markts inklusive Puschkinplatz gestartet. Im ersten Schritt waren die Arbeiten am Puschkinplatz gestartet, wo neben den bereits erwähnten Umbauarbeiten Fußwege mit Leitsystemen für Sehbehinderte versehen sowie Rad- und Gehwege an der Kruppstraße/Ecke Kölner Straße neu gepflastert und ebenfalls mit Leitsystemen ausgestattet werden.

Im Mittelpunkt der Arbeiten steht der Umbau und die Verschönerung des Oberbilker Marktes. Entstehen sollen dort nach Angaben der Stadt eine einheitliche Pflasterung des straßenseitigen Marktbereichs mit kleinen Natursteinen und eine „zurückhaltende Möblierung“ mit mehreren Sitzbänken, Lichtstelen und auch Fahrradständern. Das Sitzrondell mit Hochbeet wurde bereits abgerissen, um mehr Platz für eine Neuordnung und Erweiterung der Marktstände zu schaffen, die vor einigen Wochen an den Puschkinplatz verlegt worden waren und nach Abschluss der Umbauarbeiten an ihren ursprünglichen Ort zurückkehren sollen.

Für den hinteren Bereich des Marktplatzes (rund um die Gaststätte „Broderhähz“) ist ein Kontrastprogramm geplant. Rote Sitzpodeste unter den Bäumen und Lichtstelen sollen dort eine höhere Aufenthaltsqualität für Bürger schaffen – denn auch im Sommer blieben die Sitzbänke dort oft leer. Eine Sitzskulptur soll zudem an die Eisenbahn erinnern, die einst auf Kölner und Mindener Straße durch den ehemaligen Stahlstandort Oberbilk rollte und an den Straßennamen wie Eisen-, Stahl- und Hüttenstraße erinnern. Auch Schilder sollen auf die Geschichte des Oberbilker Marktes hinweisen.

Der Rat der Stadt hatte vor gut einem Jahr die Neugestaltung des Oberbilker Marktes nahe Hauptbahnhof beschlossen. Die Planungen dafür reichen viele Jahre zurück. Vor mehr als fünf Jahren hatte es ein Bürgerforum gegeben, in dem Bürger ihre Ideen und Anregungen zum Umbau vortragen konnten. Die mit der Umgestaltung beauftragten Architekten arbeiteten einige dieser Anregungen dann in ihre Pläne ein.

Doch auf den Beginn des Projekts mussten die Oberbilker lange warten – zu lange, befand die Bezirksvertretung 3 und hakte immer wieder nach. Die Stadtteilpolitiker verlangten sogar Akteneinsicht, um herauszufinden, warum Stadt und Land das Projekt nicht umsetzten. Dabei wurde festgestellt, dass die Stadt den Förderantrag für die Landesmittel 2012 zu spät gestellt hatte und die Bewilligung daher zu knapp für einen Baubeginn noch im selben Jahr einging.

Das Land Nordrhein-Westfalen stellt 1,4 Millionen Euro für den Umbau und die Neugestaltung des Oberbilker Marktes bereit, rund 1,05 Millionen Euro die Stadt Düsseldorf. Rund 6000 Quadratmeter werden neu gestaltet, darunter auch der Puschkinplatz.