Nur noch vier Angeklagte im Rotlicht-Prozess

Mit nur noch vier von ursprünglich neun Angeklagten hat das Landgericht gestern den Rotlicht-Prozess um angeblichen Serienbetrug an Bordell-Gästen in Etablissements der Rethelstraße und in Bahnhofsnähe fortgesetzt. Und ein Ende dieser Mammut-Verhandlung, die Mitte 2013 begonnen hat, liegt wohl noch in weiter Ferne: Das Landgericht hat inzwischen bereits weitere Termine bis zum Jahresanfang 2016 festgelegt.

Ein früherer Mitarbeiter des Hauptangeklagten Bordell-Chefs Thomas M. (49) muss sich nach diesen Gerichtsterminen jetzt aber nicht mehr richten: Sein Verfahren wurde gestern abgetrennt und muss später gesondert fortgesetzt werden, weil der 30-Jährige laut Attesten aufgrund einer akuten Knieverletzung weder transport- noch verhandlungsfähig war. Laut Anklage soll er bei zwei Fällen von Serienbetrug mitgewirkt haben, bei dem angeblich nach Weisung von M. rund 30 Bordell-Besucher durch Alkohol, durch K.-O.-Tropfen oder Drogen betäubt, deren Kreditkarten danach ohne jede Gegenleistung aber weiter bis ans Limit belastet worden sein sollen. Der Gesamtschaden liegt laut Anklage bei rund 300 000 Euro.

Mehrere der angeblichen Bordell-Opfer sind vom Gericht inzwischen als Zeugen vernommen worden, konnten diese Vorwürfe der Anklage jedoch nicht stützen oder nur in sehr abgeschwächter Form. Bei Razzien in den Bordell-Betrieben waren zudem keinerlei Substanzen entdeckt worden, die als K.-O.-Tropfen bezeichnet werden.

Zu Prozessbeginn waren fünf Männer und vier Frauen angeklagt, sie hätten als Gesellschafter, Wirtschafter, Servicekräfte oder Prostituierte an einem solchen Betrugssystem mitgewirkt. Doch meist aus Krankheitsgründen mussten die Verfahren gegen fünf dieser Angeklagten nach und nach abgetrennt werden, in einem Fall ist ein Verfahren gegen eine Ex-Mitarbeiterin mit einem Freispruch beendet worden. Der Prozess gegen die restlichen vier Verdächtigen soll planmäßig am Freitag fortgesetzt werden.