Nur 3,5 Millionen Besucher auf der Düsseldorfer Rheinkirmes

3,5 Millionen Besucher zählten die Veranstalter der Rheinkirmes in diesem Jahr - rund 700.000 weniger als noch 2013.
3,5 Millionen Besucher zählten die Veranstalter der Rheinkirmes in diesem Jahr - rund 700.000 weniger als noch 2013.
Foto: Stefan Arend/WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die Düsseldorfer Rheinkirmes, die größte Kirmes am Rhein, hatte dieses Jahr 700.000 weniger Besucher als im Vorjahr. 3,5 bis 3,6 Millionen Besucher zählten die Veranstalter innerhalb von zehn Tagen. Das Minus führen sie unter anderem auf die Konkurrenz durch die Fußball-WM und die Hitze zurück.

Düsseldorf.. Zum letzten Mal in diesem Jahr zog am Sonntag der Geruch von Bratwurst über die Rheinwiesen. Wehmütig ratterten Adrenalin-Fans noch einmal durch die Kurven der Achterbahnen und rissen kreischend ihre Arme in die Luft. Um Mitternacht schloss die größte Kirmes am Rhein für dieses Jahr nach zehn Tagen ihre Fahrgeschäfte. Nun beginnt der Abbau.

Die Bilanz für das diesjährige Volksfest am Rhein fiel ernüchternd aus: „Wir verzeichneten etwa 3,5 bis 3,6 Millionen Besucher. Das sind fast 700 000 weniger als 2013“, sagt Thomas König. Der Grund: „Das WM-Wochenende hat seine Spuren hinterlassen. Und nach der WM-Historie kam die Hitze-Historie“, begründet der Kirmes-Architekt das Besucher-Tief.

Wildwasserbahn und Eisstände als begehrte Anlaufstellen

Das machte sich jedoch nicht bei allen Schaustellern bemerkbar: Die Wildwasserbahn oder die Eisstände nutzten viele, um sich abzukühlen. Auch die 3-Stock-Go-Kart-Bahn freute sich über zahlreiche Fahrgäste. „Trotz des schwierigen Standortes holten sie das beste Ergebnis seit vielen Jahren ein“, sagt König. Generell gelte auch dieses Jahr, dass sich der Kirmesbesucher an dem Preis-Leistungs-Verhältnis orientiert, so der Kirmesarchitekt. Überteuerte Angebote hätten hier nur wenig Chancen.

„Insgesamt kann man jedoch auch eine historisch positive Bilanz ziehen: Es war eine ruhige Kirmes mit keinen größeren Zwischenfällen“, so König. Das können auch Feuerwehr, Polizei und Verkehrswacht bestätigen. So verzeichnete der Rettungsdienst 213 medizinische Versorgungen, 44 Besucher mussten ins Krankenhaus. Größere Feuerwehreinsätze gab es auf der Kirmes nicht.

Polizei blickt auf "historisch ruhige Kirmes" zurück

Auch die Polizei zieht eine positive Bilanz: „Es war wirklich eine historisch ruhige Kirmes. Das liegt zum einen an der geringeren Besucherzahl, zum anderen an der hohen Polizeidichte“, sagt Markus Niesczery, Pressesprecher der Polizei. Während der Kirmes kam es zu 14 Körperverletzungen und zwei Kirmesbesucher mussten in Gewahrsam genommen werden.

Nur die Zahl der Taschendiebstähle stieg im Vergleich zum letzten Jahr an. So waren es dieses Jahr 15, im letzten neun. „Dieser Anstieg ist jedoch überall zu beobachten“, so der Sprecher. In Sachen Verkehr musste die Polizei dafür weniger eingreifen. Überschritten im letzten Jahr die Abschleppungen noch die 500er-Marke, sind es diesmal 220 Fahrzeuge.

Ordnungs- und Verwarngelder wurden in 1500 Fällen erteilt (2013: 2000). Bei drei Autofahrern verlief ein Alkohol-Bluttest positiv. Auch die Rheinbahn kann den ruhigen Trend bestätigen. Während es am ersten Kirmeswochenende relativ ruhig war, stieg die Fahrgastzahl ab dem Kirmesmontag an. „Die meisten Besucher kamen am Abend“, so Heike Schuster , Sprecherin der Rheinbahn. 80 Prozent der Kirmesbesucher nutzten die Rheinbahn. Der Messe-Parkplatz wurde im Vergleich zu 2013 weniger genutzt.