NRW-Tag 2016 findet in Düsseldorf statt

Das Bürgerfest mit vielen bunten Veranstaltungen soll wieder zwei bis drei Tage dauern.
Das Bürgerfest mit vielen bunten Veranstaltungen soll wieder zwei bis drei Tage dauern.
Foto: Wappner
Der NRW-Tag steigt 2016 in Düsseldorf. Das gaben Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und Thomas Geisel beim Antrittsbesuch des Oberbürgermeisters bekannt.

Düsseldorf.. Die Objektive der Fotografen waren am Montagmittag auf die Fahrstuhltüren gerichtet. Doch Hannelore Kraft und Thomas Geisel nahmen den kurzen Dienstweg, nämlich die Treppe zur 11. Etage West – dorthin, wo sich im gläsernen Stadttor die Staatskanzlei des Landes NRW befindet. Die Ministerpräsidentin hat ihr Büro ein Stockwerk tiefer, man hatte sich dort zur Vorbesprechung getroffen. „Außerdem habe ich mich nicht an den Beinen verletzt, sondern nur an der Schulter“, sagte Oberbürgermeister Geisel im Rahmen des Antrittsbesuchs bei der Parteifreundin. Er könne durchaus noch laufen.

Weil solche Termine in der Regel arm an Nachrichtenwert sind, lieferten Kraft und Geisel am Montag die Überraschung gleich mit: Der NRW-Tag 2016 wird in Düsseldorf steigen, im Jahr des 70. Geburtstages des Landes. „Ich freue mich, dass wir nach 2006 mit diesem tollen Bürgerfest wieder nach Düsseldorf zurückkehren“, sagte Kraft während des offiziellen Teils. Der genaue Termin werden noch in Abstimmung zwischen Landesregierung und Landeshauptstadt festgelegt. Der NRW-Tag solle aber, so Kraft, „möglichst zeitnah zum eigentlichen Landesgeburtstag statt finden“.

Geisel nicht so überrascht

Das Bürgerfest mit vielen bunten Veranstaltungen soll wieder zwei bis drei Tage dauern, 2006 nahmen am NRW-Tag am Rheinufer mehrere hunderttausend Menschen teil. Zuletzt fand die Lansdesfete in Bielefeld statt (2014), davor in Paderborn, Bonn oder Detmold. 2013 wurde der NRW-Tag abgesagt, da die Stadt Hückeswagen ihre Bewerbung wegen gestiegener Sicherheitsanforderungen nach dem Loveparade-Unglück zurückzog.

„Wir waren jetzt nicht so überrascht, dass wir es geschafft haben“, sagte Geisel gestern mit einem Seitenblick auf seine Duz-Bekanntschaft Kraft. Schließlich habe man sich ja für die Ausrichtung beworben. Kraft und Geisel scheinen ein noch besseres Verhältnis zu haben, als sie ohnehin bereits vorgeben. Auch in solchen Fällen ist gerne die Rede vom kurzen Dienstweg. Auf die eher schwierige Beziehung zu OB-Vorgänger Dirk Elbers angesprochen, antwortete die Ministerin diplomatisch: „Das Verhältnis war nicht so schlecht, wie es teils dargestellt wurde. Es war gut und sachlich.“ Der aktuelle OB lachte bei diesen Worten leicht in sich hinein.

Gemeinsame Agenda

Was in den nächsten Wochen und Monaten auf der gemeinsamen Agenda steht? Einiges. Man habe über Konsularwesen, protokollarische Zusammenarbeit, über das Projekt „Kein Kind zurücklassen“, über das Regierungsviertel und über das Thema „Soziale Stadt“ gesprochen. Beim sozialen Wohnungsbau stand das ehemalige Gelände der Ulmer Höh’ im Mittelpunkt.

Einer des wichtigsten Punkte das geplante Flüchtlingsheim auf einem ehemaligen NS-Gelände in Ludenberg: Auf der heutigen Freifläche befand sich ab 1940 ein Lazarett für französische, später auch sowjetische Kriegsgefangene. Viele wurden als Zwangsarbeiter eingesetzt. Nach Schätzungen kamen dort 1500 Kriegsgefangene zu Tode. Geisel: „Wir wollen aus einem Ort der Barbarei einen Ort der Menschlichkeit machen.“

EURE FAVORITEN IN DIESER STUNDE