Nicola Stricker zieht vom Hörsaal auf die Kanzel

Mit einem Gottesdienst zum Thema „Der Mensch als Ebenbild Gottes“ hat Nicola Stricker jetzt offiziell ihr Amt als Pfarrerin der Evangelischen Studierenden-Gemeinde Düsseldorf (ESG) angetreten, doch ein neues Gesicht ist sie für die Gemeindemitglieder nicht. Bereits seit Januar vergangenen Jahres arbeitete sie mit einer halben Stelle bei der ESG und ist nun Nachfolgerin von Pfarrer Dietrich Spandick. Für acht Jahre ist sie vorerst gewählt. Dabei hatte Stricker ursprünglich gar nicht vor, überhaupt Pfarrerin zu werden. „Ich fühlte mich eher für die Wissenschaft berufen als für die Kanzel“, erzählt sie. Gebürtig aus Münster, studierte sie in Heidelberg, Zürich und Paris Theologie und arbeitete zuletzt als Professorin an der evangelisch theologischen Fakultät in Paris.

„In Frankreich ist die Situation anders als in Deutschland. Die Kirchen sind finanziell schlechter aufgestellt, deswegen musste ich als Professorin immer wieder aushelfen und selbst Gottesdienste leiten“, erklärt sie. „Dabei habe ich Spaß an der Arbeit als Pfarrerin entdeckt.“ Die neue Stelle als Studierendenpfarrerin verbindet für sie perfekt beide Welten. Stricker kann Pfarrerin und Dozentin sein – schließlich hat sie noch mehrere Lehraufträge für die Heinrich-Heine-Universität und am Institut für Kirchenmusik an der Robert-Schumann-Hochschule.

Gottesdienste einmal im Monat

Einmal im Monat wird sie Gottesdienste für die Studenten halten. Dabei kommt es ihr darauf an, auf deren spezielle Situation einzugehen: „Es sind keine ganz klassischen Gottesdienste, sondern ich möchte Themen aufgreifen, die die jungen Leute bewegen, etwa Prüfungsangst oder die Frage, wie es nach dem Studium weitergehen wird.“ Studenten können sich aber auch für vertrauliche Gespräche an die ausgebildete Seelsorgerin wenden.

Wichtig ist es Stricker zudem, einen engen Kontakt zu den verschiedenen Hochschulen in Düsseldorf aufzubauen. Das Studentencafè „Atempause“ gleich neben dem ASTA auf dem Uni-Campus solle zum Beispiel noch bekannter werden – schließlich sei das ein toller Ort zum Entspannen und Klönen. In Kooperation mit der Fachhochschule gibt es bei der ESG an der Johannes-Weyer-Straße 7 ab 29. April eine Ausstellung zum Thema „Paradise Lost – Die sieben Todsünden.“ Eine offene Gemeinde für alle Studierenden zu sein, liegt ihr am Herzen. „Zu uns kommen nicht nur Christen, sondern auch Muslime oder Atheisten. Durch unser Wohnheim und die vielen Angebote für ausländische Studierende, treffen sich hier Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen“, sagt Stricker. Die Länderabende, bei denen Studenten ihre Heimatländer vorstellen, seien zum Beispiel sehr beliebt.