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Neustart für die Julis

07.10.2008 | 19:40 Uhr

PORTRÄT. Moritz Körner will die Jungen Liberalen im Kreis Mettmann reaktivieren. 18-Jähriger tritt ein für eine offene Gesellschaft, Toleranz und die Herausforderung, Verantwortung zu übernehmen.

KAG-Schüler Moritz Körner hat sich viel vorgenommen. (Foto: Judith Michaelis)

LANGENFELD. Die hiesige FDP lässt häufiger von sich hören - dank des rührigen Noch-Fraktionsvorsitzenden Rolf D. Gassen und des hochmotivierten Parteichefs Frank Noack. Die Jugendorganisation der Freidemokraten ist hingegen vor vier Jahren sang- und klanglos von der Bildfläche verschwunden. Der Langenfelder Moritz Körner will die Jungen Liberalen (Julis) aus der Versenkung holen und wiederbeleben. An seiner Seite hat der 18-Jährige zwei Mitstreiter: Yannick Hoppe aus Hilden und den Velberter Jan Altenfeld. Die jungen Männer plus Felix Hemmer, Bezirksvorsitzender der Julis, planen für den 27. Oktober einen Kreiskongress in der Itterstadt. "Dann wollen wir einen neuen Vorstand wählen und eine neue Satzung beschließen", kündigt der Langenfelder an.

Aktivitäten liegen brach

Was seinerzeit bei den Kreis-Julis vorgefallen war, weiß Körner nicht. Doch der Zwölftklässler des Konrad-Adenauer-Gymnasiums erzählt, dass Vorstandsmitglieder sich zurückgezogen hätten, um beispielsweise ein Studium aufzunehmen. Körner hat von Hemmer erfahren, dass kreisweit 64 Namen auf der Mitgliederliste stehen. Was allerdings nichts zu bedeuten hat, denn er weiß: Manch' einer ist irgendwann eingetreten - und das war's. Der Kreisverband habe weder Kontakt mit den Neulingen aufgenommen noch wurden Beiträge eingezogen. Auf gut Deutsch: niemand kümmerte sich.

Das will Moritz Körner in Langenfeld nun in die Hand nehmen. Und er hat schon mit seiner Überzeugungsarbeit begonnen. Der 18-Jährige erzählt: "Ich habe bereits zwei neue Mitglieder in meiner Stufe geworben." Einen weiteren Mitschüler aus der 13 habe er ebenfalls für die Arbeit der Julis gewinnen können. Jugendliche für politisches Engagement zu begeistern, sei schwierig. Der Richrather meint: "Es gibt eine unheimliche Politikverdrossenheit."

FDP und Julis sind zwei Paar Schuhe

Aber was sind eigentlich die Aktivitäten der jungen Freidemokraten? Geht's um die Kaderschmiede für die Nachfolger von Westerwelle & Co.? Mitnichten! Körner legt großen Wert darauf, dass FDP und Junge Liberale zwei Paar Schuhe sind. Ein Partei-Mitglied bis 35 Jahre ist nicht zwangsläufig ein Juli. "Vor Ort arbeiten wir mit der FDP zusammen", sagt Körner, der in beide Organisationen eingetreten ist. Für die Freidemokraten kandidiert er zum Beispiel bei der Kommunalwahl 2008 im Bezirk Richrath-Nord/Rietherbach. Der 18-Jährige schreibt den Julis eine eigene, gewichtige Position zu: "Wir haben eine treibende Rolle."

Der liberale Nachwuchs wolle seinem Namen alle Ehre machen: Er trete ein für eine offene Gesellschaft, Toleranz und die Herausforderung, auch selbst Verantwortung zu übernehmen. Zwei Juli-Standpunkte: sexuelle Gleichstellung auch gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften und die Legalisierung von Canabis. Für Langenfeld fordert Körner unter anderem mehr Band-Probenräume, Verbesserung des Öffentlichen Personennahverkehrs und Berücksichtigung von Wünschen des Nachwuchs bei der Gestaltung des Freizeitparks. Mit Schülern, Studenten und Jugendlichen will Körner diese Punkte verfolgen und eigene Erfahrungen einfließen lassen. Er meint: Junge Leute sollten auch Politik für junge Leute machen.

SVENJA SUDA

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