Sicherheit
Neues Evakuierungskonzept für Arena in Düsseldorf
28.07.2010 | 18:13 Uhr 2010-07-28T18:13:00+0200
Düsseldorf.Seit dem Loveparade-Drama in Duisburg ist klar, wie lebensnotwendig es ist, große Menschenströme sicher zu geleiten. In der Düsseldorfer Arena, Spielstätte der Fortuna, erproben Wissenschaftler nun ein neues Evakuierungssystem.
Zwar ist die Stockumer Arena, in der die Zweitliga-Mannschaft von Fortuna Düsseldorf aufläuft, nicht mit dem Loveparade-Gelände in Duisburg zu vergleichen. Aber in der Arena hat das vom Bund gefördertes wissenschaftliches Projekt „Hermes“ begonnen, das zur sicheren Evakuierung von Massen und dem optimalen Einsatz von Sicherheits- und Rettungskräften beitragen soll.
Hilfe für Rettungsdienste
Dieser „Evakuierungs-Assistent“ soll im Sommer 2011 in der Arena mit ihren rund 50.000 Plätzen auch seinen ersten Praxistest bestehen und ähnlich wie eine Stauvorhersage für Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte funktionieren. Hermes, gerade vom Bundesministerium für Forschung als Projekt des Monats ausgezeichnet, kann auch für Sicherheitsprüfungen vor Massenveranstaltungen genutzt werden.
„Wir stellen das Haus nur für die Untersuchungen und Tests zur Verfügung“, betont Kai Baumann, Technischer Leiter der Arena. Personal der Arena, von Polizei und Feuerwehr arbeiten mit, um eine spätere Bedienung des Systems zu optimieren. Kosten entstehen der Arena dadurch nicht. Die Feuerwehr, so Thomas Hußmann vom Bereich Veranstaltungen, „ist ja mit der Polizei der spätere Benutzer. Zudem beraten wir die Forscher über Arbeitsabläufe der Wehr.“
15-Minuten-Vorhersage aus dem Computer
Wissenschaftler mehrerer Unis untersuchen bei Hermes mit Tests und Computermodellen, wie ein Strom von zigtausend Menschen, die schieben und sich nicht rational verhalten, möglichst schnell über die vorgesehenen Fluchtwege geleitet werden kann.
Dem Computer melden mehr als 100 Kameras und zusätzliche Mess-Systeme, wie sich die Massen bewegen. Stereokameras an der Decke können erfassen, wie viele Menschen sich auf ihrem Bildausschnitt bewegen. Ein Hochleistungsrechner in Jülich verarbeitet all diese Informationen und sagt für die nächsten 15 Minuten voraus, wo es gefährlich wird. Dann können Sicherheitspersonal, Feuerwehr und Polizei eingreifen und umsteuern.
Installation gestartet
Physiker, Mathematiker und Soziologen mehrerer Universitäten, berichtet Technik-Chef Baumann, ließen schon im Mai 2009 in der Arena für zwei Tage lang 500 Menschen mit teils roten, teils grünen T-Shirts auf Kommando nach draußen laufen. „Auch in den Messehallen gab es mehrere Durchläufe“, so Baumann. Kameras und Sensoren hielten dabei fest, wo sich Staus an einem „Flaschenhals“ wie einem Ausgang bildeten - denn gerade dort kann sich schließlich gefährliche Panik entwickeln.
„Die Installation der Kameras und Leitungen für den Assistenten hat bereits begonnen und soll Anfang nächsten Jahres abgeschlossen sein“, berichtet Baumann. Nach den Testläufen bei Veranstaltungen werden die Daten im Hochleistungsrechner von Forschern ausgewertet.
Die daraus entstehende Computersimulation kann dann schon im Vorfeld helfen, Sicherheitsrisiken zu vermeiden. Um so Menschen zu schützen.
19:39
Sieh auf zu den Sternen.
Gib Acht auf die Gasse.
-Wilhelm Raabe-
www.loveparade2010doku.wordpress.com
17:33
Ironischerweise war es gerade ein Konzept eines Wissenschaftlers namens Michael Schreckenberg der zu dem Unglück geführt hatte. Hier müssen Menschen mit Praxiserfahrung von Gro´ßveranstaltungen ran und nicht diese Bürohocker die meinen laut meiner Simulation passen da 20.000 Leute durch, wenn sie sich so verhalten wie meine Kügelchen hier.
08:53
Für das ehemalige Rheinstadion möchte ich anmerken, daß ich es für außerordentlich bedenklich halte, daß die äußeren Wendeltreppen keine Sturzsicherung aufweisen. Es ist nur eine Sache der Zeit, wann der erste Angetrunkene oder sonstwie Übermütige zum Flug auf den Vorplatz ansetzt.
07:49
Wenn Menschen versagen, helfen auch keine Kameras, die einem sagen, wo es gleich brenzlich wird.
Auf der Loveparade war der Tunnel schon vorher als große Gefahrenzone bekannt. Trotzdem hat es niemand verhindert. Die Ordner im Stadíon sind genauso überfordert, wie die in Duisburg. Die meisten bekommen eine Weste an und los gehts. Von Ausbildung keine Spur.
Und die Polizei bekommt das auch nicht wirklich auf die Reihe. Siehe Duisburg. Da hilft es auch nicht zu sagen, wir sind nicht auf dem Gelände zuständig. Zusehen wie Menschen erdrückt werden und nicht eingreifen, weil man nicht zuständig ist.......mir fehlen die Worte.
Das Geld sollte man sich besser sparen und mehr in die Ausbildung der Sicherheitsleute und der Polizisten stecken.