Neuer Prozess gegen erfolglosen Pooth-Betrüger
09.09.2011 | 14:54 Uhr 2011-09-09T14:54:00+0200
Düsseldorf.Seit seiner Jugend zieht er Menschen mit Lügengeschichten Geld aus der Tasche. Versucht hat er es auch bei Franjo Pooth und der Stadtsparkasse, beide Male jedoch erfolglos. Gestern begann zum zweiten Mal ein Prozess gegen einen Elektriker (56) aus Aachen, der erste war 2009 wegen seiner Gesundheitsprobleme abgebrochen worden.
In Düsseldorf war er nach Bekanntwerden der Pooth-Pleite aufgetaucht. Er soll erklärt haben, US-Investoren zu vertreten, die Pooths Firma Maxfield kaufen wollten. Pooth hatte erst nach diesem Strohhalm gegriffen, war dann aber misstrauisch geworden: Der Vermittler forderte 250 000 Euro Provision, wollte zudem 8000 Euro, um nach Amerika zu fliegen. Pooth zeigte ihn an.
Parallel dazu soll sich der Angeklagte an den damaligen OB Erwin gewandt haben, er habe belastendes Material über Vorstände der Stadtsparkasse, darunter Fotos von Bordellbesuchen. Es gab mehrere Treffen auf Raststätten, die Bank handelte den Preis von 150 000 auf 60 000 Euro herab, ging aber dann doch zur Polizei.
2009 musste Franjo Pooth noch mit großer Medienaufmerksamkeit als Zeuge erscheinen, jetzt werden beide Fälle vor Gericht nicht mehr erörtert, sondern nach einer Einigung im Vorfeld des Prozesses eingestellt. Dafür räumte der Angeklagte zwei andere umfangreiche Betrugsfälle aus Wuppertal und Aachen ein, muss dafür mit einer Strafe von 16 bis 21 Monaten Haft rechnen.
Er hat einer Bekannten einen Chrysler Voyager für 18 290 Euro verkauft, obwohl er das Auto nur geleast hatte. Sie musste den Wagen wieder abgeben, sah ihr Geld nie wieder.
Auch ein Ehepaar bekam sein Geld nicht zurück, das es dem Angeklagten geliehen hatte, rund 100 000 Euro. Er hatte dem christlich engagierten Paar seine Bekehrung vorgespielt, öfter um Kredit gebeten.
Als er nicht zurückzahlte, zeigten sie ihn an. Doch ihr Glaube hat sie inzwischen dazu bewegt, ihm zu vergeben und seine Geld-Schuld zu erlassen. Seinen Schuldschein sandten sie ihm zerrissen zurück.
Zum nächsten Prozesstermin am 15. September will der Angeklagte etwas zu seinen persönlichen Verhältnissen sagen, um das Gericht doch noch zu einer Bewährung zu bewegen. Gestern sah er sich dazu wegen gesundheitlicher Probleme nicht in der Lage. Am 15. September soll auch das Urteil fallen.
0mitdiskutieren