Verkehr
Neue Radarfallen blitzen Raser ab sofort unbemerkt
02.09.2009 | 04:00 Uhr 2009-09-02T04:00:00+0200
Düsseldorf. Im Düsseldorfer Rheinufertunnel werden Raser ab diesem Donnerstag erstmals dauerhaft geblitzt. Acht Kameras überwachen rund um die Uhr jede Fahrspur. Premiere in NRW: Wer geblitzt wird, merkt es nicht: Die digitalen Radarkameras arbeiten mit Schwarz-Blitz.
Der Rheinufertunnel wird im Düsseldorfer Rathaus als „architektonisches Meisterwerk” gepriesen - als gigantisches Bauwerk, mit dem erst die inzwischen international bekannte Uferpromenade möglich wurde und sich die City endlich zum Rhein öffnen konnte. Kein anderes Verkehrsprojekt hat die Stadt so attraktiv gemacht wie dieses, das vor fast 16 Jahren realisiert wurde. Das ist die eine Seite, die andere: Die zwei Kilometer langen Tunnelröhren werden als unterirdische Raserstrecke missbraucht. Immer wieder kommt es zu Crashs. Ursache ist oft zu hohe Geschwindigkeit. Polizei und Verkehrsdezernat sprechen von einer „erhöhten Unfall-Lage.”
Mobile Radarfallen zu gefährlich für Polizisten
Jetzt handelt das Ordnungsamt. Ab diesem Donnerstag entkommt keiner der täglich 55.000 Autofahrer der Radarfalle - zumindest diejenigen, die zu schnell unterwegs sind. Dafür sorgen insgesamt acht digitalisierte, fest installierte Kameras. Kontrolle total - rund um die Uhr, auf jeder Fahrspur, am Anfang und am Ende der beiden Röhren.
Bisher kontrollierte nur die Polizei - das nur gelegentlich und im ausreichenden Sicherheitsabstand vor Ein- und Ausfahrten. Direkt im Tunnel zu messen, wäre für Polizisten zu gefährlich, ebenso für Autofahrer: Ein Blitz kann zu fatalen Fehlreaktionen führen. Der Fahrer könnte das Lenkrad umreißen und gegen die Wand prallen oder auf die Bremse treten und eine Massenkarambolage auslösen.
Das Ergebnis der Kontrollen: Allein seit 2008 bis Ende Juli 2009 wurden 1075 Autofahrer ertappt, die zu schnell fuhren. Gegen 428 musste Anzeige erstattet werden, so Polizeioberkommissar Thorsten Drewes. Im gleichen Zeitraum kam es im Rheinufertunnel zu 77 Unfällen. Bei acht schweren Kollisionen mussten Retter und Notärzte ausrücken.
Mit Tempo 182 im Tunnel
Fast kein Autofahrer hält sich an die noch vorgeschriebene Geschwindighkeit von 60 km/h. Das wäre noch kein Problem: Der Tunnel ist so ausgelegt, dass man auch mühelos mit Tempo 70 durchfahren kann, was in den nächsten Wochen auch legalisiert wird. Aber: Immer mehr Fahrer sind wesentlich schneller, riskieren ihr und das Leben anderer. Erst vor einem Jahr wurde ein Mann mit Tempo 182 geblitzt. Hätte er im Tunnel die Kontrolle über den Audi verloren, er hätte es nicht überlebt.
Schon seit 2001 berieten Unfallkommission und politische Gremien über die Aufstellung von Starenkästen im Tunnel. „Aber damals war die technische Entwicklung noch nicht soweit”, berichtet der kommissarische Chef des Ordnungsamtes, Michael Zimmermann. Der Autofahrer durfte durch den Blitz nicht abgelenkt werden. Der musste „kaum merkbar” sein, hieß es nun in den Voraussetzungen der jüngsten Ausschreibung für eine 400 000 Euro teure Tempoüberwachung im Rheinufertunnel.
Blitzen - und keiner merkt's
Es ist die Monheimer Firma „Robot”, die den Zuschlag bekam, die nach den Worten ihres Vertriebsleiters Hartmut Hoffmeister weltweit als einzige eine Digitaltechnik mit sogenanntem Blackflash anbietet, wo der Autofahrer den dunkelroten Blitz nicht sieht, Fahrer und Kennzeichen trotzdem deutlich auf dem Bild zu erkennen sind. „Das haben wir durch verschiedene Konfigurationen und Anpassungen geschafft”, sagt Hoffmeister, ohne ins Detail zu gehen. Betriebsgeheimnis! Entsprechende Anlagen gibt es bereits im Rennsteig-Tunnel in Thüringen und in München.
Die Einnahmen aus den Verstößen im Rheinufertunnel kassiert nun die Stadt. „Wir zocken aber nicht ab”, verwahrt sich Michael Zimmermann. „Wir wollen nur, dass jeder sich an das Tempolimit hält und wir die Unfallzahlen deutlich senken können.” Warnschilder an allen Ein- und Ausfahrten weisen die Autofahrer rechtzeitig auf die Radarkontrollen hin. Wer im Tunnel sowohl beim Rein- als auch beim Rausfahren geblitzt wird, muss nur für einen der beiden Verstöße zahlen. Die Juristen sprechen hier zugunsten der Verkehrssünder von „einer Tateinheit.”
00:52
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08:54
Wie hier schon mehrfach angeklungen, halte ich die Aussagen der Ordnungsbehörde Düsseldorf für scheinheilig und verlogen. Angeblich ist der Behördenleiter entsetzt. In Wahrheit knallen dort die Sektkorken. Endlich eine lukrative Einnahmequelle mehr. Natürlich wollen die Kohle verdienen, wie jeder andere Betreiber von Abzockanlagen auch, siehe z.B. A40 in Essen. Solange unser Gesetzgeber das zulässt, ist das ja auch legal und legitim. Zur Klärung, Ich bin absolut gegen Raser und hatte noch nie einen Punkt in Flensburg,
Man kann sich in England eine Scheibe abschneiden. Hier sind Radargeräte keine Fallen, sondern vor Gefahrenstellen wird ausreichend und deutlich durch grelle Fahrbahnmarkierungen und Schilder vor Geschwindigkeitskontrollen gewarnt. Wenn dann noch jemand zu schnell fährt, muss er blind sein. Dann blitzt es natürlich auch. Hier liegt aber das Hauptaugenmerk auf Gefahrenvermeidung und nicht, wie bei uns auf ABZOCKE. (Wobei die Österreicher noch perverser sind. Hier werden Geschwindigkeitsbeschränkungen auf offener Strecke extra eingerichtet, um dann Blitzen zu können). Hier wäre doch mal ein Ansatzpunkt, um eine europäische Ächtung der staatlichen Abzocke anzustreben und die Gefahrenvermeidung in den Vordergrund zu stellen.
10:08
Farbbeutel helfen gegen diese Blitzer enorm...
11:00
@ MannDerArbeit
Und wie mich erstmal die Leute nerven, die mit mehr als 80 km/h in der 70-Zone und mit einem Abstand von 2 m hinter mir drängeln und dann völlig entnervt mit 110 vorbeibrausen (möglichst hupend).
Leute, die meinen, sich im Straßenverkehr profilieren zu müssen, sei des durch Drängelei, Vollgas an der Ampel oder zu hohe Geschwindigkeit und Fahren ohne Rücksicht und Respekt anderen gegenüber, die nerven mich einfach tierisch.
09:09
Falle ist genau richtig formuliert!
Früher hat man noch nen Knüppel übern Kopf bekommen, heute kann man ganz bequem per Karte zahlen! Wegelagerei 2.0!
Nur weil ihr nicht Autofahren könnt, denn:
Ja, ich bremse vor Blitzern ab und geb nachher wieder Gas.
Ja, ich fahre immer zu schnell, ausser in 30er-Zonen.
Ja, ich parke wo ich will, im Halte/Parkverbot, auf Verkehrsinseln, auf Grünflächen, Gehsteigen.
Ja, ich fahre nah auf und Überhole auf Linksabiegerspuren, und Nutze leere Linksabbiegerspuren an Ampeln um mich mit Vollgas vor die Geradeaus-Kollone zu setzen!
Aber ich fahre deswegen nicht wie ein Vollidiot!
Es kommt immer darauf an wie mündig man ist, was man im Kopf hat, denn:
Ich fahre 30 vor Schulen und Kindergärten, fahre nicht zu schnell durch uneinsehbare Kurven auch wenn ich die Strecke kenne und überhole nicht im Überholverbot.
Es kommt immer darauf an WIE man fährt! Dann kann man sich auch seine eigenen Verkehrsregeln machen.
Nur kopflos zu rasen ist was anderes!
Wer 70 in der 70-Zone fährt, nervt mich einfach tierisch!
:) Grüße!
21:19
Und jetzt fahren die Menschen mit 60 statt mit 70 km/h durch den Tunnel, und behindern mich.
23:43
Es wird also so getan als wären die angegebenen Geschwindigkeiten Naturgesetze; in Naturgesetzen findet man in der Regel keine ganzzahlige glatten Zahlen.
Wurde auf den Streckenabschnitten mit den Geschwindigkeitsbegrenzungen vorher getestet, ob die einzuhaltende Geschwindigkeit überhaupt die optimale und sicherste Geschwindigkeit ist; oder wurden willkürlich und nach Gefühl diese Geschwindigkeitsvorgaben gemacht?
Wenn dies so ist, dann kann man jemanden, der 6 km/h schneller als erlaubt fährt, dann auch nicht vorwerfen er gefährde andere Menschen oder er wäre ein Raser, weil sich in diesem Fall ja alles auf Willkür bezieht.
Langsamer fahren wird auch bestraft; also man muss nach oben und unten exakt die Geschwindigkeit einhalten, falls nicht gerade wieder Staus sind.
Auch Witterungsverhältnisse zwingen oft zu anderen Fahrweisen als auf den Schildern angegeben.
21:19
#23
Genau das Gegenteil ist der Fall, vor sichtbaren Blitzern wird Gas gegeben, kurz vorher gebremst und anschließend wieder beschleunigt. Gäbe es mehr unsichtbare Blitzer würde (nach einer gewissen Phase, in der viel gezahlt wird) überall langsamer gefahren.
14:56
Das Traurige an den Geschwindigkeitskontrollen ist jedoch, dass - während die Kommunen ihre desolaten Kassen geringfügig aufstocken - gleichzeitig andernorts Menschen schwerverletzt oder getötet werden.
Wenn es eine Vorgehensweise nach Dringlichkeit gäbe, würde es kaum noch Geschwindigkeitsüberwachungen geben, aber weniger Tote und Verletzte.
Die Verkehrsstatistik der Polizei in NRW weist Vorfahrtsmißachtungen und falsches Abbiegen als Hauptunfallursachen aus, meilenweit vor Alkohol- und Tempoverstößen.
Die Attribute gewissenlos, unbelehrbar und rücksichtslos lassen sich auf jeden Verkehrsregelmißachter anwenden, das hat in den seltensten Fällen mit Geschwindigkeit zu tun, sagt eben die Statistik.
19:40
23 von Name
Kurz und knapp auf den Punkt gebracht.