Neue Hoffnung für die Waldschänke

Vennhausen..  Die Bürgerinitiative zur Erhaltung der ehemaligen Gaststätte „Waldschänke“ hat nun ein Konzept erarbeitet, das nicht nur den von Oberbürgermeister Thomas Geisel geforderten Wohnraum schafft, sondern auch noch das historische Gebäude bewahrt. „Damit bliebe auch die Erhaltungssatzung in Kraft und das Bild der Siedlung Freiheit in Vennhausen“, sagten Vertreter der Bürgerinitiative gestern hinter vorgehaltener Hand.

„Wir sehen uns sehr bestärkt darin, dass die Waldschänke in ihrem Bestand ohne weiteres sanierungsfähig ist und somit auch die Erhaltungssatzung für die Siedlung Freiheit unangetastet bleiben kann“, heißt es weiter. Hintergrund ist eine Begehung des Gebäudes im vergangenen Jahr.

Drei Nutzungsvarianten

Konkret sind in dem Papier drei Nutzungsvarianten beschrieben, In der ersten Variante entstünde im Vorderhaus eine kleine Gastronomie. Darüber hinaus entstünden in den oberen Geschossen des Hauptgebäudes zwei große oder mehrere kleinere Wohnungen, die mittels eines Fahrstuhls auch barrierefrei wären. Auch im hinteren Teil des Gebäudes entstünden ebenfalls mehrere kleine Wohnungen, zwischen 40 und 70 Quadratmeter groß. Interessant wären jene Wohnungen besonders für alte Menschen, auch betreutes Wohnen wäre denkbar, zumal die Gastronomie gleichzeitig als Küche für die Altenwohnungen dienen und eine Begegnungsstätte für die Siedlung Freiheit sein könnte. Im Zwischengebäude kann ein Sanitärbereich mit Garderobe und Umkleideräumlichkeiten entstehen. Im Obergeschoss entstünde nämlich ein Gruppenraum, der für Therapien, Yogakurse oder Pilates genutzt werden könnte.

Die zweite Variante sieht eine Gastronomie im hinteren Teil des Hauses vor. Im kompletten Hauptgebäude entstünden dann nach der Sanierung barrierefreie Wohnungen unterschiedlicher Größen, vier bis sieben Wohnungen seien bei der Größe denkbar, so das Konzept. Die Nutzung des Zwischengebäudes bliebe die gleiche wie in Variante Eins. Der Vorteil dieser Lösung: Auf eine Schallschutzwand zum Gelände des Tennisplatzes könnte verzichtet werden, da im hinteren Bereich die bisherige Objektnutzung bestehen bliebe. Eine direkte Kollision mit den Interessen des Tennisvereins entstünde dann nicht. Alle bisher ungelösten Probleme auch der Neubauplanung der Aachener im Zusammenhang mit dem Schallschutz zum Tennisplatz wären hinfällig, so das Papier. Die dritte Variante nimmt einen Teilabriss der hinteren Gebäude in Kauf, sofern juristisch gesichert ist, dass durch den Teilabriss die Erhaltungssatzung für die Siedlung Freiheit im Ganzen nicht zur Debatte steht.

In den letzten Wochen hätten viele Investoren ihr grundsätzliches Interesse an einer solchen Nutzung angemeldet. Auch hätten viele ältere Menschen aus der Siedlung Freiheit großes Interesse an einer kleineren Wohnung in der Nachbarschaft. „Der Abriss der Waldschänke ist nicht alternativlos“, hieß es bei den Anwohnern.

Wenig spricht gegen das Konzept

Es gibt wenig, das gegen das Konzept der Bürgerinitiative spricht. Eigentlich nur Eines: Sollte es umgesetzt werden, würde der Eigentümer wahrscheinlich weniger Geld mit dem Grundstück verdienen, als mit den ursprünglichen Plänen. Stattdessen wird barrierefreier Wohnraum geschaffen, die Siedlung erhält einen neuen Treffpunkt und ältere Menschen, die nur deshalb ihr Haus behalten, weil sie nicht wegziehen wollen, fänden eine neue Bleibe in der Nachbarschaft. Außerdem könnten Prozesse um Neubau und Lärmschutz vermieden werden und nicht zuletzt bliebe die Erhaltungssatzung bestehen. Thomas Geisel sollte deshalb beim kommenden Runden Tisch seinen Einfluss geltend machen, dass die Wogedo sich ernsthaft um einen anderen Investor bemüht. Einen, der im Rahmen der bestehenden Verordnungen das Gebäude umbaut und neu nutzt. Das wäre nicht nur im Sinne der Anwohner, sondern auch im Interesse des Oberbürgermeisters. Im Sinne einer Stärkung der Stadtteile würde er seiner eigenen Maxime gerecht werden, zudem würde er seinen eigenen Wählern entgegen kommen und nicht zuletzt eine Schlappe im Stadtrat vermeiden. Denn unter diesen, neuen Gegebenheiten können die Grünen nicht für einen Abriss stimmen. Das wäre vollkommen unglaubwürdig.