Neue Anlaufstelle für werdende Mamas

Naomi Redmann und Martine Richli in der Hebammenzentrum.
Naomi Redmann und Martine Richli in der Hebammenzentrum.
Foto: dfsaf
Was wir bereits wissen
Die neue Hebammenzentrale soll es Eltern erleichtern, Kontakt zu einer Geburtshelferinaufzunehmen. Diese sind in aller Regel über Monate ausgebucht

Düsseldorf..  98 Prozent der Kinder in Deutschland werden im Krankenhaus geboren. Eine Hebamme, die die werdende Familie persönlich betreut, ist jedoch nicht unbeliebt. Im Gegenteil, viele Frauen wünschen sich diese deutlich intensivere Betreuung rund um die Geburt. Allerdings gibt es zu wenig Hebammen, um der Nachfrage beizukommen. In Düsseldorf kommen auf etwa 8000 Geburten pro Jahr nur 180 Hebammen.

Um werdende Eltern und Hebammen besser zusammen zu bringen, gibt es jetzt die Hebammenzentrale. Angeschlossen an das Geburtshaus an der Achenbachstraße können sich dort Eltern auf der Suche nach einer Geburtshilfe vermitteln lassen, etwa 30 Hebammen sind bisher in der Kartei eingetragen, weitere sollen Folgen.

Der Service ist kostenlos, die Vermittlungsquote gut: 50 Prozent der Eltern fanden hier eine Hebamme. „Ohne eine Vermittlung rufen werdende Familien gerne mal bei 50 Frauen an, ehe sie fündig werden“, sagt Naomi Redmann, die zusammen mit ihrer Kollegin Martine Richli die Hebammenzentrale koordiniert. Früher, so Redmann, mussten Eltern nach dem positiven Schwangerschaftstest sofort mit der Suche nach einer Geburtshelferin beginnen, um eine Chance zu haben, rechtzeitig eine zu finden. Dies soll das neue Projekt vereinfachen.

Angestoßen von SPD, FDP und Grüne

Angestoßen wurde die Hebammenvermittlung von den Ratsfraktionen der SPD, FDP und der Grünen. Oberbürgermeister Thomas Geisel steht hinter dem Projekt: „Die Versorgung mit Hebammen ist genau so wichtig wie die Versorgung mit Grundschulen. Beides gehört zu einer gesunden Stadt.“

Dennoch sind die Arbeitsbedingungen einer Hebamme nicht gut. Mehr als 30 Geburten im Jahr müssen betreut werden, die Bezahlung ist mit etwa 8,50 Euro pro Stunde sehr niedrig, das Risiko ist hoch. Gerade deshalb wurden vor einigen Jahren auch die Haftpflichtversicherungsbeiträge für Geburtshelferinnen drastisch erhöht. Viele freiberufliche Hebammen mussten darauf hin ihr Geschäft aufgeben, die Arbeit war einfach nicht mehr rentabel.

Gegen diese Zustände wehrt sich die Bürgervereinigung „Elternprotest“. Initiatorin Julia Hoyer glaubt, dass mit der Hebammenzentrale eine konkrete Anlaufstelle geschaffen sei, die helfen könne, die Arbeitsbedingungen der Geburtshelferinnen zu verbessern und eine bessere Kommunikation mit den Eltern ermögliche.

Dennoch sieht sie die Politik in der Verantwortung. Es liegt bei den Verantwortlichen in Berlin, für geeignete Arbeitsbedingungen und entsprechende Bezahlung für die Hebammen zu sorgen. Andernfalls sehen die Eltern die Zukunft dieses Berufszweiges bedroht.