Nächster Baustein ist das Elterncafé

Erkrath..  Es ist gut investiertes Geld, da waren sich gestern alle Beteiligten sicher. Der Verein „füreinander“ setzt sich seit sieben Jahren für die Integration in Hochdahl ein, und wird seit der Gründung von den Rotariern unterstützt. Jetzt wurde diese Unterstützung erneut unter Beweis gestellt – mit einer Spende von 20 000 Euro. „Wir finden diese Idee einfach gut, denn mit der Integration und Förderung von Kindern oder der Gewaltprävention vermeiden wir spätere Probleme“, erklärte Norbert Hermes, Präsident der Rotarier Hilden-Haan, der die Spende gemeinsam mit Herbert Lichtnecker, Präsident der Rotarier Neandertal überreichte, und fügte hinzu: „Dazu ist es ja ein hochaktuelles Thema.“

In der Tat, auch in Hochdahl sehen Linda Burghoff und Marc Stosberg einen wachsenden Bedarf für ihr Projekt, das sein Zentrum an der Immermannstraße hat. Verwendet werden soll das Geld bei mehreren Angeboten, etwa in der Gewaltprävention. „Wir bieten die beiden Projekte „Mut tut gut“ und „Starke Mädchen, starke Jungs“ an“, erklärte Linda Burghoff. Außerdem soll es Ernährungsprojekte geben, in denen Kinder und Jugendliche lernen, wie man sich gesund ernährt. Dazu sollen externe Referenten geholt werden, die in der Begegnungsstätte Mosaik informieren werden.

Ganz neu will „füreinander“ ein Elterncafé einrichten, wo Eltern, vor allem auch Mütter, miteinander in Kontakt kommen, aber auch über Erziehungs-, Ernährungs- und Bildungsfragen informiert werden. „Viele dieser Frauen leben sehr isoliert, die Familien sind dazu oft sehr kinderreich“, erklärt Burghoff.

Die meisten der Familien, die sie betreut, haben einen Migrationshintergrund. Etwa 70 Stammkinder kommen regelmäßig ins Mosaik, dazu sucht der Verein den Kontakt zu allen Familien. Immer mehr dieser Familien sind als Flüchtlinge nach Erkrath gekommen. „Das wird in Zukunft sicherlich mehr werden“, glaubt Marc Stosberg.

Mit der Hausaufgabenbetreuung und Sprachförderung will der Verein möglichst frühzeitig Probleme für die Kinder vermeiden und ihnen mit einer guten Ausbildung den Weg in die Zukunft ebnen. Zudem helfen die Mitarbeiter den Erwachsenen bei Verständigungsproblemen, etwa mit Behörden.

Ziel ist, jugendliche Migranten und Flüchtlingsfamilien aufzufangen, an die Gesellschaft und Bildungseinrichtungen heranzuführen und dabei alle Familienmitglieder einzubinden. Doch nicht nur das. Auch das Spielmobil, das 2013 angeschafft wurde, soll neu lackiert werden. Bei Straßenfesten, aber auch bei Partnern in der Jugendhilfe kommt das Spielmobil zum Einsatz, damit Kinder ausgelassen spielen können.

Die Rotary Clubs engagieren sich traditionell sozial und unterstützen zahlreiche Projekte, vor allem solche, die sich um die Bildung von Jugendlichen und Kindern kümmern. So wurde das Neanderlab im Kreis Mettmann in seiner Aufbauphase und seither vom Rotary Club Neandertal sowohl finanziell als auch mit Personal- und Sachleistungen erheblich unterstützt. Jugendliche für die sogenannten MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) zu interessieren, Begabungen zu entdecken, Berufsorientierung zu geben und durch Beispielprojekte und eigenes Experimentieren erlebbar zu machen, ist das Ziel des Neanderlabs.

Zudem werden viele weitere soziale Bildungsprojekte unterstützt, sowohl vor Ort, aber auch im Ausland. Nur so könne man Kindern die Chance auf Arbeit und damit eine gute Zukunft geben, heißt es bei den Rotariern.