Nach Messerattacke - Großeinsatz gegen Rocker in Düsseldorf

Dutzende Polizeiwagen zeigten Stärke beim Großeinansatz gegen Rocker.
Dutzende Polizeiwagen zeigten Stärke beim Großeinansatz gegen Rocker.
Foto: Tom Thöne / WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Weil die Polizei einen Racheakt für eine Messerstecherei in Oberhausen in der Silvesternacht befürchtete, umstellte sie die Düsseldorfer Altstadt.

Düsseldorf.. „Wir waren bärenstark, deshalb ist auch nichts passiert“, sagt Markus Niesczery, Sprecher der Polizei Düsseldorf, und meint damit das Großaufgebot, das am vergangenen Wochenende in der Altstadt gegen die Rockerszene vorgegangen ist. In zwei Nächten – von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag – bauten die Beamten quasi eine Wagenburg rund um die City auf. Aus dem Milieu hatte es Hinweise auf eine mögliche Auseinandersetzung rivalisierender Gruppen gegeben, die sich in der Altstadt treffen wollten.

Polizei kontrollierte zahlreiche Autos

Folge: Volle Stärke der Polizei in der City. Etwa 100 Beamte checkten in beiden Nächten Dutzende Fahrzeuge, vor allem die so genannten Luxusschlitten – aufgemotzte 5er BMW, aufgemotzte Mercedes, aufgemotzte Audi A 8. „Wir haben 54 Personen kontrolliert und auch zahlreiche Platzverweise erteilt“, so Niesczery. Ein Mann, gegen den ein Haftbefehl vorlag, wurde festgenommen.

Hintergrund des angeblich geplanten Rockertreffens dürfte eine Auseinandersetzung innerhalb der Szene in Oberhausen gewesen sein. Dort war in der Silvesternacht bei einer Kneipenschlägerei ein Mann durch mehrere Messerstiche schwer verletzt worden. Er gehört wohl den Hell’s Angels an, die am Neujahrstag in einer größeren Gruppe ihre Solidarität mit dem Verletzten vor dem Krankenhaus bekundeten, in dem der Mann behandelt wurde. Dabei soll es auch zu der Verabredung für die Düsseldorfer Altstadt gekommen sein.

Polizei Düsseldorf wurde bei Rockereinsatz unterstützt

Die Polizei setzte auf eine große Präsenz vor Ort. Es wurden Beamte aus Düsseldorf und aus Essen, Krefeld, oder Viersen zusammen gezogen. Sogar Kollegen aus dem fast 100 Kilometer entfernten Kleve waren in der Altstadt tätig.

„Wir hatten auch die Einsatzhundertschaft und mehrere Diensthundeführer im Einsatz“, so Niesczery.

Allein die Zahl der Streifenwagen, die vor allem rund um den Burgplatz aufgefahren waren, bot ein spektakuläres Bild. Die Polizei kontrollierte auf der Bolkerstraße und in diversen Lokalen etliche Angehörige der Gruppen. Rocker

„Jetzt herrscht erst einmal wieder Ruhe“, sagte Niesczery am Sonntagabend. Für die Düsseldorfer Polizei hat sich das Konzept mittlerweile bewährt. „Natürlich treiben sich auch an so genannten normalen Wochenenden in der Altstadt Rocker herum. Aber wenn wir Hinweise aus der Szene bekommen, dann müssen wir klar machen, dass es hier in Düsseldorf keinen rechtsfreien Raum gibt.“