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Nach dem Brand – Bald wird im DHL-Gebäude wieder gearbeitet

24.01.2015 | 10:00 Uhr
Nach dem Brand – Bald wird im DHL-Gebäude wieder gearbeitet
Logistikprofis: Michael Thomassen (li.) und Frank Resch halten an der Fichtenstraße die Stellung.Foto: Stephan Wappner

In das DHL-Gebäude an der Fichtenstraße kehrt bald wieder Leben. Nach dem Brand eines Förderbandes zwei Tage vor Weihnachten sind die Schäden behoben.

Das Gelb des 200 Meter langen Gebäudes leuchtet in diesen kargen Januartagen noch viel greller. Für 12 Millionen Euro hat die Post an der Fichtenstraße eine „Stadt der Pakete“ bauen lassen, um die mittlerweile ungeheure Masse an Zustellungen bewältigen zu können. 180 Mitarbeiter haben dort Platz. Täglich könnten über 120 Rutschen aus 60 Toren mehr als 20 000 Päckchen raus gehen. Betonung auf „könnten“. Denn zurzeit erinnert der DHL-Klotz doch eher an ein modernes Geisterschloss. In der Produktionshalle, wo es sonst rattert und knattert, herrscht gespenstische Stille. Grund ist der Brand zwei Tage vor Weihnachten, der die Produktion damals lahm gelegt hatte. „Das war der Super-Gau“, erinnert sich Michael Thomassen, Leiter der Zustellbasis.

Ihm und einem logistischen Kraftakt vieler weiterer Mitarbeiter ist es allerdings zu verdanken, dass die Pakete von der Düsseldorfer Basis dennoch pünktlich unterm Weihnachtsbaum landeten und das Geschäft bis 10. Februar weitgehend normal weiterläuft. Denn dann kehren die Mitarbeiter zurück, die zwischenzeitlich wieder an der alten Hauptbahnhof-Filiale im Einsatz waren. Zwei Umzüge innerhalb von sieben Wochen. „Das geht nur, wenn alle mitmachen“, weiß Thomassen, der zurzeit gemeinsam mit Kollege Frank Resch (Personalsteuerung) die Stellung im „Geisterhaus“ hält.

Sechs bis sieben Brandherde

Gegen 17 Uhr war es am 22. Dezember passiert: Schweißarbeiten an einem Stahlträger in der Halle hatten das Feuer ausgelöst. Die Funken verteilten sich auf das Hauptförderband, das zu diesem Zeitpunkt noch in Betrieb war. „Das war eben das Problem“, erinnert sich Thomassen. „So hatten wir sechs oder sieben Stellen, an denen es gequalmt hat. Das war mit dem Feuerlöscher nicht mehr zu bewältigen.“ Die Feuerwehr kam und setzte alles unter Wasser. „Das war notwendig, aber die Anlage war im Eimer“, so Thomassen.

Weihnachtszeit ist Paketzeit. Aus den rund 20 000 Exemplaren täglich werden kurz vor dem Fest doppelt so viele. Thomassen, Resch und Co. hätten resignieren und auf die Putzkolonne am nächsten Morgen warten können. Doch sie packten an. „Das war eine 30-Stunden-Schicht“, erzählt Resch. Aber plötzlich habe man gemerkt, „dass alles läuft, alles in Fluss kommt“. Die Truppe an der Fichtenstraße begann umzuplanen: Die Kollegen in Krefeld mussten die Pakete wieder vorsortieren, das war eigentlich mit Inbetriebnahme der neuen Düsseldorfer Basis nicht mehr nötig gewesen. Die Lkw-Fahrten mussten neu organisiert, die Computerprogramme umgeschrieben werden. Zudem begann wenige Stunden nach dem Brand der Umzug der ersten Mitarbeiter – zum Großteil Entladekräfte. Von den 96 Beschäftigten, die zu diesem Zeitpunkt bereits im neuen Zentrum tätig waren, zogen 50 schon am 23. Dezember in die Hauptbahnhof-Filiale um – die restlichen dann nach Weihnachten. „Wir sind wenige Stunden vor Heiligabend hier auf 300 Paketen sitzen geblieben“, sagt Thomassen und schaut sich in der (noch) leeren Halle um. Das lässt sich angesichts der Umstände verkraften.

Grund für Brand ist noch unklar

Am 10. Februar soll der zweite Umzug also bewältigt sein. Dann sollen tatsächlich 180 Menschen im XXL-Gebäude an der Fichtenstraße ihre Arbeit aufnehmen. Bis dahin hat auch das reparierte Förderband alle Probeläufe hinter sich. Noch ungeklärt ist indes die Schuldfrage für den Brand. „Da sitzt derzeit ein Gutachter dran“, weiß Thomassen.

Am 18. November 2014 ging die neue Zustellbasis an der Fichtenstraße in Betrieb. Die Freude darüber währte nicht lange. Jetzt hoffen alle, dass es ganz lange dauert bis zum nächsten Umzug. Erschrecken kann Thomassen, Resch und Co. allerdings nichts mehr.

Stephan Wappner

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2015-01-24 10:00
Düsseldorf