„Mutti“ soll im Theater an der Kö für Quote sorgen

Lachend will René Heinersdorff die Sitten verändern. Diesem Ideal verschreibt sich der Leiter des Theaters an der Kö, gleichzeitig Autor, Regisseur, Schauspieler und bald Vater von vier Kindern. Der Narr in klassischen Stoffen, als Korrektiv, der Kabarettist, der über das Lachen auf Missstände hinweist, bis hin zum Boulevard, das unsere Gesellschaft über das Lachen nachzeichnet und verändert. „Das bürgerliche Lachtheater, wie das Boulevardtheater wissenschaftlich genannt wird, macht es uns leicht, Sitten und Moral zu hinterfragen und lächelnden Auges zu korrigieren.“ So Heinersdorff im Vorwort zu seinem neuen Programm. Kurz bevor die Theater ihre Pforten schließen, präsentiert nun auch sein Theater an der Kö den Spielplan 2015/2016.

Neben den Wiederaufnahmen von Kassenschlagern, wie die Comedy „Dinner für Spinner“ mit Tom Gerhardt und die Sauna-Komödie „Aufguss“ fällt besonders die erste Premiere ins Auge. „Mutti“ – eine groteske Komödie oder ein „Schlüsselloch-Dramolett“, wie die Süddeutsche Zeitung nach der Uraufführung 2014 in Weimar schrieb. Das Stück spielt am Abend des Finalspiels.

Die renommierte Autorin Juli Zeh (zusammen mit Charlotte Roos) arbeitet darin ihren Unmut über den Aktionsminimalismus unserer Bundeskanzlerin ab. Angela, Sigmar, Ulla und Horst nennt sie ihre Protagonisten, die sich schnell als das zerstrittene ‚Groko’-Quartett entlarven. Merkel, Gabriel, von der Leyen und Seehofer haben Knies und begeben sich in eine Therapie-Gruppe, anstatt zum WM-Finale nach Brasilien zu reisen. Sicherlich genügend Stoff für allerlei sarkastische Tiraden, die von Mitte September bis Mitte November für Quote sorgen soll.

Auf einen Filmklassiker der 60er Jahre zurück geht „Charleys Tante“, mit dem einst die Republik Peter Alexander zum Lieblingsschauspieler kürte. Heinersdorff schrieb selbst eine aktualisierte Multikulti-Fassung zu der Komödie, die letztlich auf dem gleichnamigen Hollywoodfilm beruht.

Im neuen Jahr steht dann „Die Wunderübung“ auf dem Programm im Theater in den Schadow-Arkaden. Der Hausherr selbst führt Regie – in dieser Komödie, die eine Paar-Therapie auf die Schippe nimmt.

„Unsere Frauen“ heißt dann die nächste Frühlingspremiere 2016. Klar, dass in dieser französischen Komödie, in der es um Frauen geht und dein gleich umgebracht wird, drei Männer den Ton angeben. Ein eingefleischter Junggeselle indes steht im Mittelpunkt von „Mein Vater, seine Braut und ich“: Neben jungen Mimen gibt es darin ein Wiedersehen mit Senior-Star Max Schautzer.

All’ diese Geschichten (und die zahlreichen Gastspiele von Comedians und Kabarettisten) versprechen heitere Abende und bürgerliches Lachtheater im besten Sinne. Besonders erfreulich. Die Preise sind stabil. Und wer ein Abo für die fünf neuen Stücke (auf den hinteren Zuschauer-Reihen) erwirbt, bezahlt nur 50 Euro. Dieser Vorzugspreis gilt nur für Vorstellungen von Sonntag bis Donnerstag.

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