Morgens um sechs ist die Welt noch in Ordnung

Bilk..  Streit um die neuen Öffnungszeiten im Hallenbad „Schwimm’ im Bilk“: Seit dem 1. Mai können Kunden dort wochentags erst ab 6.30 Uhr ihre Bahnen ziehen, vorher ging das bereits ab sechs Uhr. Viele Frühschwimmer wollen das nicht hinnehmen und haben bereits mehr als 100 Unterschriften gesammelt, die an OB Thomas Geisel sowie die Bädergesellschaft Düsseldorf (Betreiber des Hallenbads) übergeben werden sollen.

Eine der Initiatoren ist Erika Heissiep. „Es gibt nichts erfrischenderes, als morgens um sechs Uhr seine Bahnen zu schwimmen“, sagt sie. Dass das jetzt nicht mehr möglich ist, will sie nicht hinnehmen. Als Rentnerin könne sie zwar auf die Schwimmzeit ab 6.30 Uhr ausweichen, doch viele andere Bürger im Stadtteil hätten diese Chance nicht. „Für viele Berufstätige haben die neuen Öffnungszeiten die Folge, dass sie es nicht mehr schaffen, vor der Arbeit schwimmen zu gehen“, sagt sie. „Ich bin von der Stadt und der Bädergesellschaft sehr enttäuscht, dass sie vielen Düsseldorfern, die aus Fitness- oder anderen Gesundheitsgründen regelmäßig schwimmen, das Schwimmen nicht mehr ermöglichen wollen und hoffe, dass sie ihre Entscheidung rückgängig machen werden.“

In der für Bilk zuständigen politischen Interessenvertretung, der Bezirksvertretung 3, hat man Verständnis für den Unmut der Frühschwimmer. Die Bezirkspolitiker haben eine Anfrage an die Verwaltung gestellt, um herauszufinden, warum die Öffnungszeiten geändert wurden und ob man die Schwimmzeiten wieder auf sechs Uhr vorverlegen könnte.

Die Antwort der Verwaltung dazu: Zwischen Mai und September werde das Badeangebot in der Stadt durch die städtischen Freibäder ergänzt. Zudem bestimmten die Finanzmittel, die der Rat der Stadt für den Betrieb der städtischen Hallenbäder bereitstelle, „den Handlungsrahmen der Bädergesellschaft“. Damit die Kosten der Stadt für den Betrieb der Bäder nicht ansteigen, habe man sich in der Sitzung der Bädergesellschaft am 11. März für die Verkürzung der Öffnungszeiten entschieden. Die Beschwerden der Frühschwimmer wolle man aber ernst nehmen und sie in der nächsten Sitzung des Aufsichtsrats der Bädergesellschaft am 17. Juni besprechen.