Möglichst viele Kinder mit an Bord

Monheim..  Wenn die Stadt Monheim am Wochenende des 12. bis 14. Juni unter dem Motto „Rheinpiraten ahoi“ in See sticht, möchte sie dabei möglichst viele Kinder und Jugendliche mit an Bord nehmen. „Wir wollen dabei in Kooperation mit der Unicef die Kinderrechte thematisieren“, erklärt Katharina Braun, Leiterin der Kunstschule und hisst schon mal manuell das Flaggenlogo „Enter Deine Rechte – Monheimer Kinder – bunt, stark, frei“.

Der Grund: Die UN-Kinderrechtskonvention sei laut Kinder- und Jugendbericht 2014 in Deutschland kaum bekannt, erklärt Braun. Ehrenamtler von Unicef werden daher in die Monheimer Grundschulen gehen und die Kinder über ihre Rechte informieren. Die Kunstschule stellt dann den Schulen die von ihr angeheuerten Künstler zur Verfügung, die dann gemeinsam mit den Kindern Piratenfiguren aus Holzscheiten fertigen. Auf den dazugehörigen Sockeln soll jedes Kind das Recht benennen, das ihm besonders wichtig ist. Die Kindergartenkinder werden mit der Gestaltung von Fischen ihre kulturelle Vielfalt dokumentieren, während die Schüler der weiterführenden Schulen eine Kampagne zum Thema Kinderrechte entwickeln sollen.

Das Ulla-Hahn-Haus wird in diesem Jahr zum zweiten Mal den UH!-Literaturpreis vergeben. Die fünfköpfige Jury habe bereits die Jugendliteraturkataloge der vergangene zwei Jahre durchgesehen und jedes Mitglied habe bereits drei Bücher gelesen, um eines davon zu nominieren, berichtet Julia Gerhard. Die nominierten Titel müssen von allen Jurymitgliedern gelesen werden, damit sie vor den Sommerferien den Preisträger ermitteln können. Der Autor Christian Linker hat bei der Suche nach Kriterien geholfen, nach denen die Jugendlichen der Oberstufe die Bücher beurteilen sollten. „Da wir bei der ersten Auslobung zehn Jurymitglieder hatten, überlegen wir, demnächst auch die Stufe 10 einzubeziehen, die Schüler der Qualifikationsstufe sind offenbar zu sehr mit der Schule belastet“, sagt Gerhardt.

Die Leiterin des Ulla-Hahn-Hauses befindet sich gerade selber in einer Art Prüfungssituation: Die Angebote zur Sprachförderung, wie die Bücherknirpse, das Theater in der Kita, das Projekt Wortmalerei, die Leseclubs, das Worttheater und die Schreib- und Medienwerkstatt, werden derzeit von der Dortmunder Forschungsstelle Jugend, Medien und Bildung bewertet. „Nachdem wir hier jetzt einige Jahre Sprachförderung machen, wird nachgeguckt, ob die Angebote noch sinnvoll und effektiv sind oder ob wir sie weiterentwickeln müssen“, sagt Gerhard.

Überhaupt sollen für Förderung der kulturellen Infrastruktur und der Kulturszene in Monheim demnächst verbindliche kulturpolitische Leitlinien entwickelt werden. „Ich habe das angeregt, weil das Land ein Kulturfördergesetz einbringen will, das Regelungen für die Kulturförderung festschreiben soll“, berichtet Bereichsleiterin Sonja Baumhauer. In einem moderierten Beteiligungsverfahren – geplant sind vier Veranstaltungen – sollen Künstler, Kulturschaffende, Bürger und Politik in diesen Prozess einbezogen werden. Die vier Handlungsfelder, die das Land nennt, sind die kulturelle Infrastruktur (Einrichtungen, Vereine), die Künste und das kulturelle Erbe (Denkmäler), die Kulturelle Bildung, für die es in Monheim allerdings bereits ein Konzept gibt, und der Aspekt Inklusion. „Wir werden die drei Themen, die nichts mit unseren Schulprojekten zu tun haben, in den Veranstaltungen zusammenfassen“, sagt Baumhauer. „Der Rat muss dann entscheiden.“