Mit Konzentration und ruhiger Hand

Reisholz..  Der Betrieb Terex Port Solutions gehört zu den führenden Anbietern von Hafentechnologie und ist ein Geschäftsbereich des amerikanischen Maschinenbau-Konzerns Terex Corporation, der weltweit über 20 000 Menschen beschäftigt. Das Vorgängerunternehmen Gottwald Port Technology hat seine Wurzeln seit 1906 in Düsseldorf. In Düsseldorf werden Hafenkrane, führerlose Containertransportfahrzeuge und automatisierte Stapelkrane gefertigt, die in über 100 Länder weltweit geliefert werden.

Insgesamt sind am hiesigen Standort knapp 1000 Menschen beschäftigt: Hier sitzt die Produktion der Hafentechnologie, Zentralfunktionen des Geschäftssegments und die Finanzfunktionen für alle deutschen Terex Standorte. Über 40 Auszubildende lernen elf gewerblich-technische Berufe. Auch für 2015 werden wieder rund 15 junge Männer und Frauen für die verschiedenen Ausbildungsberufe gesucht.

Die Bewerbung

Mit dem qualifizierten Hauptschulabschluss startete Aykut Arslan seine Ausbildung. „Wir achten auf die Noten in Mathematik und Physik“, sagt Rainer Sauerländer, Ausbilder im Bereich Elektrotechnik. Dann sind körperliche Fitness, handwerkliches Geschick, Feingefühl und Präzision wichtig. „Schweißtechniker müssen sich sehr gut konzentrieren können und genau arbeiten“, sagt der Ausbilder. Mit einem kleinen Test werden räumliches Vorstellungsvermögen, Textverständnis und Rechenfähigkeiten geprüft. Eine praktische Aufgabe für das handwerkliche Geschick steht ebenfalls auf dem Programm.

Die Ausbildung

Schutzbrille, verdunkeltes Visier, Helm und dicke Handschuhe sind die wichtigsten Arbeitsutensilien. Schweißtechniker Arslan hat keine Angst vor den hohen Temperaturen des Schweißgerätes und großen Kranmodellen, die konstruiert werden. „Wir arbeiten öfter in engen Räumlichkeiten und brauchen eine ruhige Hand, damit die Schweißnähte perfekt sitzen und keine Risse oder Einschlüsse haben“, sagt er.

Die Ergebnisse werden per Ultraschall geprüft. Ober- und Unterwagen von Hafenkranen müssen perfekt passen und allen Sicherheitsanforderungen entsprechen. „Im ersten halben Jahr der Ausbildung stehen in unserer Lehrwerkstatt bohren, feilen, sägen und Bleche schweißen auf dem Programm“, erklärt Ausbilder Rainer Sauerländer. Gearbeitet wird immer im Team.

„Wir müssen die Konstruktionspläne lesen und anwenden können“, sagt Arslan. Ihm gefällt die Vielfalt der Tätigkeiten und die große Verantwortung, die er als Schweißtechniker hat: „Kleine Fehler können eine große Wirkung haben. Die Schweißnähte müssen in jedem Fall halten“, sagt er.

Im Berufsbildungszentrum in Grevenbroich findet der Blockunterricht für die angehenden Schweißtechniker statt. Nach einem Monat Schule geht es zurück in den Betrieb. Fächer wie Werkstoffkunde, Technische Kommunikation, Schweißtechniken und Gerätekunde werden im Unterricht behandelt.

Nach dreieinhalb Jahren Ausbildung wird Arslan übernommen. „Wir bilden vorwiegend für den eigenen Bedarf aus“, sagt Sauerländer. Schweißtechniker müssen sich ständig weiterbilden. Ihre Kenntnisse werden alle zwei Jahre überprüft. „Mir würde es gefallen, einige Zeit auf einer Bohrinsel zu arbeiten“, sagt Arslan. Zahlreiche Spezialisierungen sind möglich, der Einsatz in aller Welt kein Problem. „In der Schwerindustrie wird dieses Knowhow immer benötigt“, sagt der Ausbilder. In dem weltweit agierenden Konzern sieht er auch für Schweißtechniker gute Chancen für Jobs im Ausland.