Mit dem Käfer auf Schnitzeljagd

Das Blubbern eines luftgekühlten Boxermotors ist für Kenner des VW-Käfers die schönste Musik. Keine Warnleuchten, Tasten oder Displays verunstalten das Armaturenbrett. Stattdessen gibt es drei Knöpfe für Licht, Blinker und Scheibenwischer – das ist High-Tech aus der Mitte des vergangenen Jahrhunderts. Bei der „Düsseldorf-Safari“ rollt er jetzt wieder, der erste echte Volkswagen. Eine Stadtführung, bei der man selbst das Steuer in die Hand nimmt und die als große Kolonne erst richtig Spaß macht. Eberhard Fischer ist der Erfinder der Altbier-Safari, eigenen Angaben zufolge die „beliebteste Stadttour Düsseldorfs“. Zusammen mit Roland Roland Kessler, der in seinem Leben schon 20 verschiedene Käfer sein Eigen nannte, verwirklichte er jetzt den Traum eines jeden Oldtimer-Fans.

„Die Düsseldorf Safari kombiniert eine Stadtrundfahrt und den Fahrspaß mit klassischen Automobilen“, sagt Fischer. Sein Schulfreund Kessler fuhr als Student ausschließlich Käfer, ging einer kaputt, musste der nächste her: „Irgendwann im Leben kommt aber der Punkt, an dem man einen Golf braucht“, sagt Kessler. Seit Montag sind die Rundfahrten buchbar, wahlweise in einer der drei Käfer-Limousinen, den zwei Cabriolets oder dem luftigen Beach Buggy (Baujahr 1960). Aus ganz Deutschland haben Fischer und Kessler die Autos zusammengesucht, private Online-Auktionen führten die sechs Blechkugeln jetzt nach Düsseldorf. Das Konzept der Tour ist einfach. In Begleitung von Fischer oder Kessler sitzt man bei der Rundfahrt selbst am Steuer, wer keinen Führerschein hat (oder diesen noch keine fünf Jahre besitzt) lässt sich fahren und dabei die Sehenswürdigkeiten der Stadt erklären.

Bei der „Highlight-Tour“ durch die Innenstadt, Oberkassel und den Medienhafen – den laut Fischer nur Düsseldorfer so nennen – lernt man, dass der Hofgarten der älteste Volksgarten Deutschlands ist, der Wehrhahn nach einer Industriellenfamilie benannt und die besten Pommes der Stadt an einer Bude zu bekommen sind, die hauptsächlich von Hafen- und Mitarbeitern der Awista genutzt wird.

Die „Düsseldorf Safari“ soll jedoch nicht nur eine Stadtrundfahrt sein, sondern ein echtes Fahrerlebnis bieten, eine „Schnitzeljagd im Auto“, wie Fischer sie nennt. Gruppen zwischen vier und 20 Personen fahren in mehreren Fahrzeugen hintereinander, die Kunst ist es, sich in der verkehrsreichen Innenstadt nicht zu verlieren. „Von der Königsallee auf die Steinstraße schafft es immer nur ein Auto auf einmal“, sagt Kessler. Mit Walkie-Talkies halten die jeweiligen Beifahrer miteinander Kontakt, die Funkgeräte dienen Fischer auch dazu, Wissenswertes und Kurioses über die Sehenswürdigkeiten rechts und links der Straße zu erzählen.

Außerhalb der Erlebnistouren können Fans der Fahrzeuge diese auch für Hochzeiten, Ausfahrten und eigene Rundfahrten mieten. Den Beach Buggy mit Stoffverdeck hole Fischer allerdings lieber im Sommer aus der Garage: „Für die jetzigen Temperaturen ist der ein bisschen luftig.“

Elke Protze hat sich mit der Premierenfahrt in einer Käfer-Limousine einen Traum erfüllt. „Den Geruch hatte ich schon wieder ganz vergessen“, sagt die 70-Jährige. In ihrer Familie gebe es mehrere Käferliebhaber, sie selbst reizte es schon lange, mit einem der beliebten Oldtimer mitzufahren. Bei der Tour ließ sie sich chauffieren: „Das ist entspannter, da kann man besser zuhören und sich umschauen.“ Neben Protze schauen sich vor allem die Passanten um, denn einen 40 Jahre alten Käfer an ihnen sehen sie nicht alle Tage. Für Fischer das Schönste am Job: „Die Leute haben schon Spaß an den Autos, wenn sie sie nur auf der Straße sehen.“

Die „Highlight-Tour (75 Minuten) führt über die Heinrich-Heine-Allee, die Oberkasseler Brücke und durch den Medienhafen. Bei den „Düssel-Dörfern“ (150 Minuten) geht es nach Grafenberg und Kaiserswerth. Die Fahrten kosten pro Person 29,50 bzw. 44,50 Euro. Start ist täglich um 15 Uhr an der Tourismus-Info gegenüber dem Hauptbahnhof. Eberhard Fischer ist Ansprechpartner, unter der Nummer 0172 / 7061507 ist auch seine „Altbier-Safari“ buchbar.