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Mehr Sicherheit – aber wie?

27.03.2010 | 07:00 Uhr
Mehr Sicherheit – aber wie?

Düsseldorf.Die Aussage ist eindeutig: „Düsseldorf bekommt nicht mehr Polizisten. Ich muss mit den vorhandenen Kräften auskommen!“ Polizeipräsident Herbert Schenkelberg glaubt, dass er das schafft.

Aber nur deshalb, weil er in den vergangenen Jahren durch Umstrukturierungen im eigenen Haus mehr Polizisten zum Streifendienst versetzt und nur so genug Personal für den „Einsatztrupp Präsenz“ hat, der schwerpunktmäßig in besonders auffälligen Stadtteilen patrouilliert. Trotz dieser Bemühungen bläst dem Polizeipräsidenten ein scharfer Wind ins Gesicht. In Garath ist es der populistischen Freien Wählergemeinschaft gelungen, 922 Unterschriften zu sammeln. Die Kernpunkte: Frühere Schließungen von Wachen sollen rückgängig gemacht, mehr Streifenwagen eingesetzt und die Präsenz vor Ort deutlich erhöht werden.

Weniger Service
für die Bürger

Damit flammt eine alte Diskussion wieder auf. Die Polizeispitze muss sich gegen den Eindruck wehren, dass weniger Polizeiwachen weniger Sicherheit bedeuten. Die Wachen Kaiserswerth im Norden und Garath im Süden sind schon lange geschlossen. Wer eine Strafanzeige stellen und das nicht online machen will, muss also nach Lohausen oder nach Benrath. Insofern werden dem Bürger längere Wege zugemutet.

Es ist ein Stück weniger Service, aber weniger auch nicht. Denn die Streifenfahrten in den einzelnen Stadtteilen sind völlig unabhängig von den Wach-Standorten. Insofern spielt es auch keine Rolle, dass von den neun Düsseldorfer Wachen nur noch fünf über eigene Polizeiwagen verfügen. Die Blaulicht-Autos sind über das ganze Stadtgebiet verteilt, die Notruf-Einsätze werden zentral von der Leitstelle des Präsidiums Jürgensplatz koordiniert. Die Polizei hat die Stadt in 23 Streifenbezirke aufgeteilt, die regelmäßig überwacht werden. Gestern, 12 Uhr mittags, waren beispielsweise 53 Streifenwagen unterwegs.

Jede weitere Wache mit eigenem Streifenwagen, so Schenkelberg, bindet zu viel Personal. Ein Beispiel: Damit draußen rund um die Uhr eine Doppelstreife unterwegs sein kann, sind mindestens 18 Stellen nötig, um in der Wache die Positionen des Funkers, des Wachdienstführers und des Dienstgruppenleiters zu besetzen. Schenkelberg: „Diese Beamten fehlen mir dann auf der Straße. Wir wollen mehr fahnden statt verwalten“

Auch den Vorwurf, dass es viel zu lange dauert, bis ein Streifenwagen kommt, lässt der Polizeichef nicht gelten. Zwar liegen die durchschnittlichen Anfahrtzeiten bei bis zu 17 Minuten. Doch in Notfällen, wo Gefahr für Leib und Leben droht oder gerade ein Verbrechen begangen wird, ist die Polizei in wenigen Minuten vor Ort – nach Garath unter sieben Minuten.

Der Disponent in der Leitstelle teilt jeden 110-Ruf in fünf Prioritäten ein - und bedient sich dabei eines Softwareprogramms (Cebius), dass auf bestimmte Stichwörter reagiert. Ein harmloser Zwist zwischen Nachbarn oder eine Ruhestörung wird völlig anders bewertet als etwa ein Überfall. Entscheidend hier sind aber absolut präzise Angaben des Zeugen oder des Opfers. Sonst kann es zu fatalen Fehleinschätzungen kommen: So rückte die Polizei einmal nicht mit der gebotenen Eile zu einem Streit nach Benrath aus, weil der Anrufer unerwähnt ließ, dass einer der Kontrahenten mit einem Messer bewaffnet war.

Stadtteil gegen
Stadtteil?

Eine Kräfte-Verlagerung von Altstadt, Oberkassel, Lohausen nach Garath lehnte Schenkelberg gestern bei der Entgegennahme der Unterschriftenliste in der Wache Benrath kategorisch ab. „Ich werde nicht verschiedene Stadtteile gegeneinander ausspielen.“

Michael Mücke

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Kommentare
29.03.2010
10:01
Mehr Sicherheit ? aber wie?
von einhorn29051956 | #1

in der Ausgabe der NRZ vom 27 März 2010 „Mehr Sicherheit – aber wie?“ wird die Freie-Wähler-Gemeinschaft Garath/Hellerhof (F.W.G.) mit der reißerischen und wirklichkeitsverzerrenden Formulierung „populistische Wählergemeinschaft“ diffamiert.

Hier zeigt es sich mal wieder, dass es der „Schreiber“ ist, der sich populistischer Methoden bedient indem er einzig seine Klientel (Auftraggeberkreis) bedient - und das nennt man „Klienteljournalismus“ und hat mit journalistischer Sorgfaltspflicht nicht das geringste Zutun.

Wäre ein Journalist bei dem über 1,5 Stunden andauernden Gespräch dabei gewesen, hätte er klar erkennen können, dass das Treffen mit dem Polizeipräsidenten für beide Seiten erfolgreich gewesen war. Dass es sich um eine einseitige Berichterstattung handelt, sieht man auch daran, dass Lösungsansätze der F.W.G. mit keinem Wort erwähnt wurden.

Die NRZ erhebt für sich angeblich den Anspruch in Klartext zu schreiben indem Sie so verständlich und informativ wie möglich Nachrichten vermitteln will. Sie fühlt sich Ihren Leserinnen und Lesern verpflichtet indem sie vorgibt, unabhängig und Bürgernah zu sein. Diesem Anspruch ist sie mit Ihrem Artikel leider nicht gerecht geworden.

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