Mehr als ein hässliches Feld
05.10.2007 | 00:00 Uhr 2007-10-05T00:00:00+0200Der Jan-Wellem-Platz und eine Sackgasse
Soll die Stadt den Jan-Wellem-Platz verkaufen? Die Frage, mit der eine Bürgerinitiative versucht, die Planungen zum Kö-Bogen zu stoppen, klingt unglücklich. Ist der Jan-Wellem-Platz nicht nur ein hässliches Feld mit einem Salatbeet aus Straßenbahnschienen? Warum sollte man den denn nicht verkaufen?Es sind die juristischen Maßstäbe für ein Bürgerbegehren, die eine bestimmte Fragestellung erzwingen. Es geht natürlich um mehr, um eine Bebauung, die man kritisch hinterfragen muss, um planerisches Vorgehen, das man noch kritischer hinterfragen muss. Menschen nehmen eben langsam zur Kenntnis, dass sie übertölpelt werden.Was wollen die Düsseldorfer eigentlich an dieser Stelle? Wer hat sie gefragt? Dieses Stück Stadt ist zweifellos zu schade, um es einem Investor nur mundgerecht zu servieren, um den Rest danach irgendwie zu arrangieren.Die grundsätzliche Idee des Kö-Bogens bleibt eine faszinierende, die Ausführung indes ist bislang Stückwerk, mit vielen Fragezeichen gespickt. Und man darf sich nicht mit einem einzelnen Vorschlag für so ein herausragendes Grundstück zufriedengeben. Es ist schwer zu glauben, dass sich an dieser Stelle nicht auch Anderes realisieren ließe.Wenn der Jan-Wellem-Platz nicht verkauft werden dürfte, wird man das allerdings kaum je erfahren - das wiederum ist die Sackgasse, in die ein Bürgerentscheid führen könnte. Denn das Projekt Kö-Bogen ließe sich aus städtischen Mitteln wohl nie realisieren.
f.preuss@nrz.de
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