Mannis deftige Krimi-Lektüre

Es war ein kleiner Kreis gestern Abend im Restaurant „Cala d’Or“ an der Dorotheenstraße/Ecke Grafenberger Allee. In dem Restaurant von Hanni Hanna, das benannt ist nach einem Ferienort im Osten von Mallorca, las der in Düsseldorf lebende Moderator Manni Breuckmann bei Tapas und Vino aus seinem vor wenigen Wochen erschienen Mallorca-Krimi. „Schnee am Ballermann“. Das Buch des insbesondere als Fußball-Reporter beim WDR bekannt gewordenen Breuckmann kam an bei den Gästen.

Abgrund an Bösem

In dem Krimi beschreibt Mallorca-Fan Breuckmann eindrucksvoll die Schönheiten der Insel, die er selbst sehr zu schätzen weiß. Gepaart wird das Ganze mit einem wahren Abgrund an Bösem. Schließlich ist es ja ein Krimi. Und so kommt es schon auf den ersten Seiten des Taschenbuches zum (ersten) Mord: Frank Husniak, Hauptfigur des Romans, der später selbst gemeuchelt wird, bringt seine Freundin Talea um. Und wer Manni Breuckmann aus seinen Radio-Reportagen kennt, der weiß, dass er für klare Worte steht. Gesprochen oder wie jetzt geschrieben. Und dies betrifft Sex-Szenen im Roman ebenso wie die deftige Beschreibung von Bluttaten: Den ersten Mord, bei dem das Opfer in den Klippen der Cala Figuera gewürgt, geschlagen und getreten wird und elendig stirbt, schildert er drastisch. Nur ein paar Sätze geben wir hier als ersten Eindruck wieder: „Blut spritzt und sprenkelt ein surrealistisches Muster auf seinen hellgrünen Pullover.“ Und wenig später schreibt Breuckmann: „Als sie blutend und mit zu Brei geschlagenem Gesicht vor ihm lag, setzt sich Frank erschöpft auf den Felsen (...).“

So lieblich wie Breuckmann Lust auf die Insel macht, so brutal schildert er die Morde im Buch. Aber dies gehört wohl zu einem richtigen Krimi. Und Manni Breuckmann sagte vor mehr als einem Jahr während der Schreibphase im NRZ-Gespräch bereits: „In diesem Buch lebe ich wohl die dunkle Seite meines Lebens aus...“

Die ein oder anderen Längen in dem Buch verzeiht der Kritiker dem Reporter. Die Spannung bei der gelungenen Mischung aus Drogenhandel, Prostitution und blutigen Verbrechen zieht sich durchs ganze Buch. Und ab und zu auch eine gewisse Komik. So beginnt der Krimi mit dem Satz: „Marti popelt für sein Leben gern.“

Fazit: Für seinen ersten Krimi hat Manni Breuckmann ein ganz ordentliches Werk vorgelegt, das in den Buchschrank von Mallorca-Fans und Krimi-Liebhabern gleichermaßen gehört.