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Mordversuch

Mann sticht Ehepaar in Düsseldorf-Benrath nieder

10.08.2012 | 21:00 Uhr
Mann sticht Ehepaar in Düsseldorf-Benrath nieder
Zugriff in Benrath: Am Rande der Einsiedelstraße gelang es den Polizeibeamten den Messerstecher gestern Morgen zu überwältigenFoto: Gerhard Berger

Düsseldorf.   In Düsseldorf-Benrath hat ein Mann am Freitagmorgen mit einem Messer ein Ehepaar attackiert und schwer verletzt. Die Polizei konnte den vermeintlichen Täter wenig später verhaften, über das Motiv rätseln die Ermittler aber noch. Möglicherweise sollte der 55 Jahre alte Makler entführt werden.

Völlig unklar ist das Motiv für eine Bluttat, die am Freitagmorgen in Benrath geschah. Ein noch nicht identifizierter Täter stach mit einem Messer auf ein Ehepaar ein und fügte beiden schwere Verletzungen zu. Sie mussten im Krankenhaus operiert werden, der Mann schwebte sogar in Lebensgefahr. Der Polizei gelang es rund zwei Stunden nach dem Verbrechen den Täter zu fassen.

Um 7.35 Uhr verließ der 55-jährige Makler seine Wohnung an der Paulsmühlenstraße, um in seinem „3er BMW“ zur Arbeit zu fahren. Als die 53-jährige Ehefrau zehn Minuten später aus der Haustür kam, sah sie ihren Mann gefesselt auf dem Rücksitz des Autos liegen, darüber gebeugt ein ihr unbekannter Mann. Die Frau lief sofort auf den Pkw zu. In diesem Moment stach der Unbekannte mit einem Messer auf den Makler ein, verletzte ihn im Gesicht, am Oberkörper und im Unterleib. Eine der tiefen Wunden zog sich vom rechten Ohr bis zum Mundwinkel.

Zeugen verfolgten den Täter, der auf einmal eine Pistole zückte

Die 53-Jährige öffnete verzweifelt die Beifahrertür, um den Täter zu stoppen. Dieser versetzte ihr einen heftigen Stich in die linke Achselhöhle. Die Frau brach zusammen und schrie laut auf. Das alarmierte einige Nachbarn, woraufhin der Täter zu Fuß flüchtete. Ein Zeuge verfolgte ihn und schlug dem Mann mit der Faust auf den Hinterkopf. Der zückte jetzt eine Pistole, hielt den Verfolger auf Distanz und setzte seine Flucht fort.

Die Polizei löste eine Fahndung mit Großaufgebot und Hubschrauber aus. Nach einem Zeugenhinweis entdeckten die Beamten den Mann auf einem Hinterhof an der Einsiedelstraße, wenige Hundert Meter vom Tatort entfernt. Als der Täter erneut davon lief, feuerte ein Polizist einen Warnschuss ab. Wenig später hatten die Beamten den etwa 40- bis 50-Jährigen überwältigt.

Täter gesteht beim Verhör, schweigt aber zum Motiv

Bei ihm und in seinem in der Nähe geparkten Pkw fanden die Ermittler eine Gaspistole mit Schalldämpfer, Handschellen, Klebeband, Quarzhandschuhe, einen Elektroschocker und das mit Blut verschmierte Messer. Später suchte eine Hundertschaft das Areal nach weiteren Beweisen ab. Dabei machten die Polizisten zahlreiche Funde, die jetzt ausgewertet werden müssen.

Bei seiner Vernehmung sagte der Mann in gebrochenem Deutsch aus, dass er aus Russland komme. Er gab zu, die Taten begangen zu haben. Zum Motiv schweigt er. Staatsanwalt Christoph Kumpa will am Samstag Haftbefehl gegen ihn wegen eines zweifachen versuchten Tötungsdelikts beantragen.

Vermutlich sollte der Mann entführt werden

Die Ermittlungen der Polizei dauern an. Möglicherweise sollte der Makler entführt werden, darauf deuten einige Spuren hin. Vielleicht hat der 55-Jährige den Täter aber auch bei dem Versuch gestört, seinen „3er BMW“ zu stehlen, um damit andere Delikte zu begehen. Dass es sich um die Tat eines geistig Verwirrten handeln könne, hält die Polizei für eher unwahrscheinlich. „Bei seiner Vernehmung machte der Mann einen durchaus klaren und gefassten Eindruck“, sagte Kriminaldirektor Roland Wolff, der die Ermittlungen leitet.

Die Polizei bittet weitere Zeugen sich unter der Rufnummer 0211/8700 zu melden.

Rüdiger Hoff



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