Mann schlägt Nachbarn mit dem Kehrblech

Auf der Anklagebank saß ein 39-jähriger Mieter, weil er einen Nachbarn (42) in Hassels mit der Kehrschaufel geschlagen hatte.
Auf der Anklagebank saß ein 39-jähriger Mieter, weil er einen Nachbarn (42) in Hassels mit der Kehrschaufel geschlagen hatte.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Nachbarschaftsstreit in Hassels: Die Attacke mit einer Plastikschaufel kostet 39-jährigen Mieter aus Hassels 300 Euro.

Düsseldorf..  Eine Plastikkehrschaufel, ein wuchtiger Schlag damit sowie ein Nachbarschaftsstreit, dessen Ursache auf Gerüchten basierte: Das waren die explosiven Zutaten zu einem Strafprozess, den ein Amtsrichter gestern zu führen hatte. Auf der Anklagebank saß ein 39-jähriger Mieter, weil er einen Nachbarn (42) in Hassels mit der Kehrschaufel geschlagen hatte. Dabei sei er von dem Mitbewohner aber auch attackiert worden, so der Angeklagte. Auf der Suche nach einer Lösung, die zum Hausfrieden führt, wurde der Richter fündig.

Schreiender Knirps auf Müllcontainer?

„Sie müssen irgendwie weiter in diesem Haus zusammenleben“, gab der Richter den benachbarten Streithähnen zu bedenken. Denn seit dem Tattag im August wechseln die Mieter aus dem Erdgeschoss und die Familie aus dem zweiten Stock kein Wort mehr. Krach hatte es damals gegeben, weil der Angeklagte nach dem Abholen seiner Tochter vom Kindergarten angeblich den vierjährigen Sohn der Familie aus dem zweiten Stock völlig ohne Anlass auf einen hohen Müllcontainer hochgehoben – und den schreienden Knirps dort oben angeblich sitzen ließ. Gesehen hatten das die Eltern des verängstigten Jungen zwar nicht, aber angeblich sei ihnen berichtet worden, dass der Angeklagte aus dem Erdgeschoss der Verursacher gewesen sei.

Der Angeklagte bestritt das gestern, gab aber zu, beim Disput mit den aufgebrachten Eltern des Jungen im Treppenhaus mit der Kehrschaufel aus Plastik ausgeholt und dem Vater des Kindes gegen die rechte Wange geschlagen zu haben.

Wer wen danach noch beleidigt habe und mit welchen Worten, ließ der Richter lieber offen. Da der geschlagene Vater mit einer sichtbaren Schwellung der Wange aber noch glimpflich davon gekommen war, fand der Richter: „Eine Verurteilung wegen so etwas ist nicht unbedingt sachgerecht.“ Um die Lage nicht noch zu verschärfen, wertete der Richter die Attacke des Angeklagten als „geringfügig“, stellte dessen Verfahren mit Zustimmung aller Beteiligten ein. Aber nur, wenn der 39-Jährige dem geschlagenen Nachbarn 300 Euro zahlt.