Macho-Manne schweigt vor Gericht
20.01.2010 | 18:56 Uhr 2010-01-20T18:56:00+0100Düsseldorf. Seit Mittwoch steht Macho-Manne in Düsseldorf vor Gericht. Wieder geht es um Heiratsschwindelei, Betrug und Unterschlagung. Diesmal schildert eine Verkäuferin, wie der 45-Jährige sie um einige tausend Euro erleichterte. Der Angeklagte selbst schweigt zu den Vorwürfen.
Vor mehr als zwei Jahren hat die Verkäuferin den Angeklagten rausgeworfen. Wenn sie Details erzählen soll, dann wird ihre Stimme dünn und schrill. Seit Mittwoch steht ihr Ex-Freund, der Macho-Manne genannte Heiratsschwindler (45), vorm Düsseldorfer Amtsgericht.
Betrug und Unterschlagung wirft Staatsanwältin Jeanette Boldt ihm vor. Ohne Wissen der 44-Jährigen soll er Geld von ihrem Konto abgehoben haben, später auf ihren Namen drei Laptops bestellt haben.
Der kleine Mann im Kapuzenpulli, das angegraute Haar schick zurück geföhnt, spricht nicht viel. Sein Anwalt führt das Wort: Sein Mandant werde nichts sagen. Nur dass er einer anderen Frau den Laptop genommen hat, ihn einem Freund zur Reparatur geben wollte, dann aber für 250 Euro verkaufte, gebe er zu.
Heiratsantrag
Seine Ex-Freundin berichtet: Im Internet lernte sie ihn 2005 kennen. Er war in Haft, aber Freigänger: „Wenn er frei hatte, war er bei mir. Glaube ich.” Mit einer Rose machte er ihr einen Heiratsantrag. „Da war noch alles in Ordnung.” Nach seiner Entlassung 2007 wurde es schwierig: „Wenn er trank, hatte er sich nicht unter Kontrolle.”
Wie vor den Kopf geschlagen war sie, als sie die Abbuchung von 2000 Euro bemerkte. Fest eingeplantes Geld, das sie für den Hauskredit brauchte. Er habe erst alles bestritten, dann erklärt, er habe das Geld gebraucht, weil seine Ex-Frau ihn unter Druck setze.
"Vielen Dank für Ihre Bestellung"
Von den Laptop-Bestellungen habe sie durch einen Brief erfahren, in dem es „Vielen Dank für Ihre Bestellung” hieß. Drei Rechner sollte sie bestellt haben, für 2400 Euro.
Der Verteidiger bohrt nach: Warum ihr Freund an ihr Konto konnte, warum er ihre PIN hatte. „Ich weiß nicht”, ruft sie verärgert. „Wir hatten ein Vertrauensverhältnis!”
„Ich war naiv”
„Ich war naiv”, gibt die zweite Zeugin (45) zu. „Das passiert mir nicht nochmal.” Sie kannte den Angeklagten zwei Wochen, traf sich einige Male mit ihm. Belanglose Treffen? „Einmal nicht.” Sie kaufte ihm T-Shirts, die ausgelegten 100 Euro habe sie nie zurückerhalten. Ihren defekten Laptop nahm er zu einem Freund mit. Und meldete sich nicht mehr.
Der Verteidiger stellt Beweisanträge, will die Ex-Freundin unglaubwürdig machen. Sein Mandant habe ihr oft Geld überwiesen, ihr Haus renoviert. Für Materialkäufe habe sie ihm die EC-Karte gegeben, damit habe er Geld abgehoben. Sie schnaubt: „Einmal 70 Euro, mehr habe ich nicht bekommen.”
Laptop-Kauf verabredet?
Der Anwalt will nun beweisen, dass selbst die Haftbetreuer von den Überweisungen wussten. Und davon, dass der Kauf der Laptops mit ihr verabredet war. Am 3. Februar geht es weiter.
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