Lufthansa zieht Langstrecken-Flieger in Düsseldorf ab

Lufthansa zieht sich aus Düsseldorf weiter zurück. Die beiden hier stationierten Langstrecken-Flugzeuge werden abgezogen. Es gibt nur noch eine Interkontinental-Verbindung.
Lufthansa zieht sich aus Düsseldorf weiter zurück. Die beiden hier stationierten Langstrecken-Flugzeuge werden abgezogen. Es gibt nur noch eine Interkontinental-Verbindung.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Deutschlands größte Fluggesellschaft bietet ab Winter von der Landeshauptstadt aus nur noch eine Interkontinental-Verbindung an: Mit einer in München stationierten Maschine geht es nur noch nach New York.

Düsseldorf.. Schlappe für den Düsseldorfer Flughafen – und damit für den Luftverkehr in Nordrhein-Westfalen: Lufthansa hat angekündigt, ihre noch in Düsseldorf verbliebenen zwei Langstrecken-Flieger abzuziehen. Derzeit fliegt Deutschlands größte Fluggesellschaft mit den in der Landeshauptstadt stationierten Airbus A 340 nur noch nach New York und Chicago. In den vergangenen Jahren waren es zusätzlich noch Toronto, Vancover und Miami. Erst vor zwei Jahren hatte Lufthansa ihre Düsseldorfer Miami-Verbindung gestrichen und einen der drei Langstrecken-Flieger von Düsseldorf abgezogen. Als Grund nannte das Unternehmen damals wirtschaftliche Gründe, denn das hier eingesetzte Flugzeug könne auf anderen Strecken profitabler eingesetzt werden.

Mit dem kompletten Rückzug aus Düsseldorf konzentriert sich Lufthansa bei ihren Langstrecken fast ausschließlich auf die Drehkreuze Frankfurt und München. Von Düsseldorf aus wird ab Winterflugplan nur noch ein Flug täglich nach New York angeboten. Das dafür eingesetzte Flugzeug ist in München stationiert und wird auf folgender Rotation eingesetzt: München-New-York-Düsseldorf-New York-München. Die Chicago-Verbindung ist im Winter komplett gestrichen. Ob sie zum Sommer 2016 wieder aufgenommen wird ist fraglich.

Groß angekündigte Verbindung von Düsseldorf nach Tokio kurzfristig gekippt

Während Lufthansa damit Düsseldorf die kalte Schulter zeigt, drückt sie in Köln ihre neue Billig-Tochter Eurowings in den Markt, die von hier preisaggressiv mit weniger Kabinenpersonal und günstigerem Cockpit-Personal Langstrecken-Flüge anbietet. Dabei hatte Lufthansa in Düsseldorf immer große Pläne, zumindest wenn man den Aussagen der zuständigen Lufthanseaten vor Ort geglaubt hatte. Von Langstrecken-Plänen nach China und Indien war die Rede, sogar die thailändische Hauptstadt Bangkok fiel in diesem Zusammenhang. Die vor einigen Jahren groß angekündigte Verbindung von Düsseldorf nach Tokio wurde kurzfristig gekippt – die hat nun ANA (All Nippon Airways) übernommen, Partner von Lufthansa im weltweiten Airline-Verbund „Star Alliance“.

Fraglich ist, was mit dem verbliebenen, in Düsseldorf noch stationierten fliegenden Personal der Lufthansa in Düsseldorf geschieht. Schon durch die Übertragung aller europäischen Lufthansa-Flüge von Düsseldorf aus (mit Ausnahme nach Frankfurt und München) auf die Billig-Tochter Germanwings sorgte für einen Personalüberhang. Die Hälfte der Mitarbeiter mussten gehen. Den Düsseldorfer Kabinen-Mitarbeitern der Lufthansa wurden Abfindungen angeboten, der Wechsel zu den Drehkreuzen Frankfurt und München oder zur Germanwings. Wer jetzt noch in der Landeshauptstadt stationiert ist, war bisher auf den beiden verbliebenen Langstrecken-Zielen eingesetzt und wurde von Frankfurt aus auf Flügen eingesetzt.