Lockerer Denkmalschutz für Schloss Kalkum?

Kalkum..  Die Bürgerinitiative „Schloss Kalkum“ begrüßt es, dass sich die Düsseldorfer Stadtspitze erstmals mit der Zukunft des 1806 erbauten Gebäudes befasst. Bisher hatte die Stadt immer wieder auf das Land als Eigentümerin der historischen Anlage verwiesen. Doch jetzt hat Oberbürgermeister Thomas Geisel im Rahmen einer Bürgersprechstunde erklärt, dass eine Lockerung des Denkmalschutzes von Schloss Kalkum sinnvoll sein könnte, um eine wirtschaftlich attraktive Nutzung zu ermöglichen. Bei einem vernünftigen Konzept könne er sich vorstellen, dass auch die Stadt einen Anteil zum Erhalt leisten werde, beispielsweise die Pflege des Parks übernähme.

„Der Denkmalschutz ist ein hohes Gut, mit dem man vorsichtig umgehen muss. Andererseits sollte man aber nicht übersehen, dass das Schloss auch in den vergangenen Jahrhunderten nach den Vorstellungen seiner jeweiligen Eigentümer immer wieder baulich verändert wurde“, sagt Günter Fußbahn von der Bürgerinitiative. So hat auch das Land NRW nach dem Erwerb des einzigen Wasserschloss Düsseldorfs umfangreiche Umbauten vorgenommen, um das Schloss als Archiv nutzen zu können. Schwere Stahlträger wurden eingezogen und Wände versetzt. „Denkmalschutz und Nutzungskonzept müssen behutsam gegeneinander abgewogen werden. Am Ende sollte ein Kompromiss stehen, mit dem Bewahrer und Nutzer – die sich nicht zwangsläufig ausschließen müssen – und auch die Anwohner leben können“, sagt Fußbahn. Ihn ärgert es, dass noch immer kein Nutzungskonzept, weder vom Land noch von der Stadt, erstellt wurde. „Wir fordern daher die Verantwortlichen aus Stadt und Land auf, sich an einen!

Tisch zu setzen und gemeinsam mit den Bürgern tragfähige Überlegungen für eine künftige Nutzung des Schlosses anzustellen“, sagt Fußbahn. Die Zeit drängt, denn die Bausubstanz wird immer schlechter, da zurzeit nur die allernötigsten Reparaturen durchgeführt werden. Die Initiative will aber auch erreichen, dass der denkmalgeschützte Schlosspark weiterhin für die Öffentlichkeit erhalten bleibt und Teile des Schlosses auch in Zukunft von Kultur- und Heimatvereinen genutzt werden können. Bisher finden dort beispielsweise Konzerte, die Mantelteilung beim Martinszug und die Eröffnung des Kalkumer Schützenfestes statt.

Ihre Vorstellungen und Wünsche wird die Initiative am 19. März persönlich dem Oberbürgermeister vorstellen. Dann ist sie in das Rathaus geladen und wird dort auch 3000 Unterschriften übergeben, die zur Unterstützung ihrer Ziele gesammelt wurden.