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Wehrhahn-Linie

Loch in der Mauer

07.02.2008 | 18:57 Uhr

Die Verwaltung hat umgeplant: An der Grabenstraße soll nun doch ein Fußgängerüberweg entstehen. Die Geschäftsleute informierten sich gestern am Info-Stand.

Für Gabi Schöler könnte sich der Bau der Wehrhahn-Linie noch als segensreich erweisen. Liegt sie mit ihrem Optikgeschäft auf der Kasernenstraße bislang knapp neben dem Fußgängerübergang zwischen Stadtbrückchen und Grabenstraße, so werden ihr ab Mai die Kunden direkt vor die Tür geliefert. Noch reagiert die Geschäftsfrau eher zurückhaltend auf solch optimistische Vorhersagen, aber ihre größte Sorge ist sie seit gestern Mittag los: Der Bretterzaun, der ursprünglich wie eine Mauer die Altstadt von der Kö trennen sollte, wird einen Durchgang bekommen. „Fußgänger werden auch während der Bauzeit die Kreuzung Kasernenstraße an der Grabenstraße queren können. Wir haben in Zusammenarbeit mit dem ausführenden Unternehmen eine Lösung gefunden”, konnte Gerd Wittkötter, der Projektleiter der Wehrhahn-Linie gestern Mittag die vielen Geschäftsleute beruhigen, die zum Info-Stand am Stadtbrückchen gekommen waren. Ein Überweg mit Signalanlage parallel zu dem jetzigen Verlauf wird den Fußgängerverkehr regeln. „Mit einer Einschränkung: Wenn große Baustellenfahrzeuge die Straße queren, dann wird ab und zu gesperrt. Aber das passiert höchstens ein bis zwei Mal am Tag für jeweils eine Viertelstunde”, beruhigt Wittkötter. Und auch diese Nachrichten, die der Stab vom Amt für Verkehrsmanagement parat hatte, sorgten für Entspannung: Der Lärm werde sich, wie es heißt, in Grenzen halten und den einer normalen Hochbaustelle nicht überschreiten. „Zumal der Verkehr sich reduzieren wird und andere Wege stadtauswärts sucht”, wie Amtsleiterin Andrea Blome prognostiziert. Auch mit nennenswerten Erschütterungen und Rissen an Gebäuden sei angesichts akribischer Vorarbeiten nicht zu rechnen. Um den Wegfall von Parkplätzen auf der Kasernenstraße zu kompensieren, denkt die Verwaltung über Ersatz auf besonders breiten Gehwegen entlang der Breite Straße nach. Sicher ist auch: Die Zufahrt zu den Parkgaragen an der Grabenstraße sind vom Carlsplatz oder von der Wallstraße aus über die Fußgängerzone Mittelstraße zu erreichen. Anwohner können eine Sondergenehmigung beantragen. Der Lieferverkehr wird ebenfalls über diesen Weg abgewickelt. Ab April 2009 ist im übrigen die Einfahrt über die Kasernenstraße wieder möglich. Denn die Bretterwand, die bis dahin die Zufahrt verhindert, wird dann auf die andere Straßenseite versetzt. Womit sich auch die Lage vor dem Eiscafe´ Pia wieder entspannen dürfte.Denn dort wird ein echter Engpass entstehen. Für Claudios Eisbällchen stehen die Kunden Schlange. Gern auch in Fünferreihen. Aber mit dem Bretterzaun im Kreuz? Gerd Wittkötter, sagt er, hat das Problem erkannt. Einen Rat noch nicht. Den gibt Gabi Schöler: „Ich empfehle englische Disziplin.” Eismann Claudio meint italienisch gelassen: „Baustelle ist Baustelle. Da muss man durch.” Vielleicht ist das ein Fall für die Anwohnerbetreuer, für freundliche Männer wie Fred Hartmann. Die sind dazu da Probleme zu lösen, Sorgen zu nehmen. So wie gestern.

Birgit Klausmann

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