Linke fordert Mindestlohn bei VHS

An der Düsseldorfer Volkshochschule werden Honorare gezahlt, die unter dem Mindestlohn liegen. Das zumindest sagt die Linke und hat zur Sitzung des Stadtrates am kommenden Donnerstag eine Erhöhung der Honorare für die VHS-Dozenten beantragt.

„Die VHS ist das kommunale Weiterbildungszentrum der Stadt Düsseldorf. 817 Dozentinnen und Dozenten bilden Menschen weiter, verhelfen zu Schulabschlüssen oder geben Integrations- und Alphabetisierungskurse“, sagte Linke-Ratsherr Georg Blanchard. „Es ist ein Skandal, dass die fachlich und pädagogisch hoch qualifizierten Dozentinnen und Dozenten ein Honorar erhalten, von dem sie kaum leben können.“ Nach seiner Aussage werde an der Düsseldorfer VHS nur die reine Unterrichtsstunde mit 19 Euro bezahlt: „Die Vor- und Nachbereitung dieser Stunde wird ebenso wie ausgefallene Kurse nicht bezahlt. Hinzu kommt, dass von dem Honorar noch einmal rund 36 Prozent für Sozialversicherungen abgezogen werden müssen.“ Berücksichtigt man das alles, liege die Bezahlung unter dem gesetzlichen Mindestlohn.

Honorare fünf Jahre nicht mehr erhöht

Seit fünf Jahren wurden die Honorare nicht mehr angehoben, in den vergangenen fünfzehn Jahren gab es lediglich eine Erhöhung um 1,50 Euro. Lohnfortzahlung im Krankheitsfall oder bezahlten Urlaub gibt es nicht, so Blanchard: „Die Bedingungen sind so schlecht, dass die VHS mittlerweile Nachwuchsprobleme hat.“ Eine deutliche Erhöhung der Honorare sei daher dringend erforderlich – die Gewerkschaft GEW fordert beispielsweise eine Anhebung auf 30 Euro. Mittelfristig, so die Linke, sollten den Dozentinnen und Dozenten geregelte Arbeitsverhältnisse in Form von Festanstellungen angeboten werden. Die Linke wird einen entsprechenden Antrag zur kommenden Ratssitzung einbringen.