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Lieber Echsen aus dem Aquazoo nehmen

16.10.2009 | 11:55 Uhr
Lieber Echsen aus dem Aquazoo nehmen

Düsseldorf. Die Vielfalt ist groß. An Tieren herrscht im Aquazoo wirklich kein Mangel. Auch Echsen aus der Familie der Bartagame befinden sich unter den rund 450 Tierarten im Zoo an der Kaiserswerther Straße. Man ist also versorgt und kann auf „illegale Einwanderer” gut verzichten.

Vor wenigen Tagen streiften zwei Bartagame mit den Besuchern durch die Gänge des Aquazoos. Von Unbekannten waren sie ausgesetzt worden. Das war relativ einfach, denn die Tiere – 23 bis 25 Zentimeter lang und etwa 190 Gramm schwer – konnten leicht in einer Tasche oder Schachtel eingeschmuggelt werden.

Sorgloser Umgang mit Haustieren

„Es ist für uns völlig unverständlich, wie sorglos manche Menschen mit ihren Haustieren umgehen”, so Diplom-Biologin Sandra Honigs, Kuratorin im Aquazoo und zuständig für Reptilien.

Die Fälle von ausgesetzten exotischen Heimtieren häufen sich zusehends, denn immer öfter werden Tiere aus Spontankäufen zu lästigen Pfleglingen. Besonders im Sommer sind zum Beispiel zahlreiche Schmuckschildkröten in den heimischen Gewässern zu finden. Dabei sind sie eine ernstzunehmende Gefahr für die heimische Fauna und Flora.

Honigs: „Es mangelt zunehmend an guter Beratung und ausreichender Vorbereitung. Man darf nie vergessen, dass man für ein Haustier eine große Verantwortung übernimmt und manche Tiere wie Schildkröten den Halter sogar überleben können und dann vererbt werden müssen.”

Der Aquazoo will nun versuchen, die beiden Bartagame, die in einem schlechten Allgemeinzustand waren, aufzupäppeln und anschließend zu vermitteln. Platz für solche Tiere hat der Zoo nämlich eigentlich nicht.

Beschlagnahmtes Kaiman-Weibchen

Und so müssen die „Findlinge” zunächst mit einer notdürftigen Unterbringung Vorlieb nehmen. Ebenfalls aus schlechter Haltung stammt ein im vergangenen Jahr in Düsseldorf beschlagnahmtes Kaiman-Weibchen. Das Tier, das zwischenzeitlich in einer Auffangstation für Reptilien in München gepflegt wurde, hatte über Jahre sein Leben in einer Badewanne verbracht.

Mittlerweile ist „Carmen”, so der Name des rassigen Kaiman-Weibchens, an den Rhein zurückgekehrt und mit einem männlichen Kaiman in die Tropenhalle des Aquazoos eingezogen. Für „Carmen” gab es also ein Happy End – das ist jedoch leider nicht immer der Fall. Die Zukunft der beiden ausgesetzten Bartagame bleibt zunächst ungewiss.

Der Aquazoo rät dringend, sich den Kauf eines Heimtieres vorab gut zu überlegen und sich umfassend zu informieren.

NRZ



Kommentare
15.10.2009
19:21
Lieber Echsen aus dem Aquazoo nehmen
von Antonietta | #1

Wie der Mensch sein Tier haben will, wird es produziert. In Zoogeschäften werden Hamster, Meerschweinchen oder Kaninchen hinter den Ladenscheiben angeboten, wie in anderen Geschäften tote Gegenstände wie Staubsauger oder Kühlschränke. Für die Zoogeschäfts-Betreiber ist das Tier ein rein materieller Gegenstand, nur der Profit zählt. Die Bedürfnisse der Tiere spielen keine Rolle. Damit die Menschen mit ihrer vermeintlichen Tierliebe unsere Mitgeschöpfe in ihre Wohnzimmer oder Käfige sperren können, treibt die gigantische Heimtierbranche den Markt an. Jährlich macht sie Umsätze von 2 - 3 Mrd. Euro. Davon entfallen etwa 180 Mill. Euro auf den Kauf neuer Tiere. In heimischen Wohnzimmern leiden aber nicht nur Hunde, Katzen und Nager, sondern mehr und mehr auch exotische Tiere. Die Gier nach dem besonderen Haustier macht auch vor Schlangen, Echsen, Spinnen, Schildkröten, Krokodilen, Raubkatzen und Wüstenfüchsen nicht halt.

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