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Leichter Schmuck und leuchtende Wegweiser

12.02.2010 | 17:20 Uhr
Leichter Schmuck und leuchtende Wegweiser

Düsseldorf. Ob farbenfroher Schuck, der sich an japanischen Kimonos orientiert, oder Wegweiser, die auch Sehschwache lesen können: Die 66 Abschlussarbeiten der Diplomanden in Schmuck und Kommunikationsdesign an der Fachhochschule sind sehenswert.

Die wegweisendste Idee der Diplomanden hatte sicherlich Gereon Nolte, der ein Orientierungssystem für die neue, geplante Fachhochschule (FH) in Derendorf entwarf. Denn im weitläufigen Altbau in Golzheim verirren sich immer noch selbst Altgediente. Aber die Diplom-Arbeiten der 66 Kommunikations- und Schmuck-Designer werden Besucher schon finden, die Werke sind heute von 11 bis 15 Uhr in der FH, Josef-Gockeln-Straße 9, ausgestellt.

57 Studierende haben in diesem Semester ihr Diplom im Kommunikationsdesign erhalten, neun im Produkt-Design, Schwerpunkt Schmuck. So wie die grazilen, bezaubernden Ohrringe und Anhänger von Marlene Beyer: „Sie sind aus Kunststoff, an die japanische Kunst des Origami, des Papierfaltens angelehnt. Ich habe mich dabei von einer Japanreise nach Tokio und Kyoto inspirieren lassen”, erläutert die 26-Jährige. Ihre ansprechenden Hänger finden eine Ergänzung in originellen Handtaschen aus Kimono-Seide: Als längliches Rechteck geschnitten, der Arm der Trägerin in einer Schlaufe, wirkt die Tasche eher wie eine Stola. Beyer will jetzt in einer Ateliergemeinschaft als selbstständige Schmuckdesignerin arbeiten. Ähnlich wie Jane Schiedt (28), die unterm Titel „Cocooning” auch eine Kuscheldecke aus aneinander genähten Plüschtierchen schuf.

Die meisten Studierenden im Bereich Design, so Dekan Professor Stefan Asmus, sind älter als Kommilitonen anderer Fakultäten, weil sie meist schon eine Lehre im Handwerk hinter sich haben.

So hat Kaya Tuerkay, 32 Jahre alt, bereits in Belgien studiert und gearbeitet. Tuerkay schuf einen praxisnahen Leitfaden für Orientierungssysteme, also Wegweiser in Gebäuden, die auf die Bedürfnisse von Sehbehinderten abgestimmt sind. Dazu gehört etwa ein reliefartiger Weg- und Raumplan, den man ertasten kann. „In Zukunft werden in der Gesellschaft mehr Alte und damit mehr Sehbehinderte leben. Sie sind nicht blind, sie können aber nur wenig erkennen.” Daher müsse man die Schrift auf Hinweisen in Behörden oder im Straßenraum durch Kontrast und Farbe leicht lesbar gestalten. Schwarze Stufen in U-Bahnhöfen sind für Sehschwache gar nicht mehr zu unterscheiden, das kann zu Stürzen führen. Daher sollten Stufen mit einem kontrastreichen Farbstreifen, etwa in Neongelb, gekennzeichnet werden. „Und Hinweise in Kopfhöhe nutzen auch nichts, weil Sehschwache sich eher am Fußboden orientieren.” Das wäre vielleicht auch ein guter Hinweis für die neue FH an der Münsterstraße.

Jo Achim Geschke

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