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Streit um Gasleuchten

Laternen im Doppelpack

27.11.2009 | 06:00 Uhr

Düsseldorf. Die kleine Monheimstraße wird wohl eines Tages in der Stadthistorie einen besonderen Platz einnehmen. Unter der Rubrik Kurioses! Ausgerechnet dieses nur wenige hundert Meter lange Verbindungsstück zwischen Mindener- und Heerstraße in Oberbilk erhält eine doppelte Straßenbeleuchtung

Dort stehen bald Laternen in einem Abstand von nicht mal einem Meter nebeneinander! Die Stadtwerke schließen gerade sechs strombetriebene Leuchten an. Eigentlich sollten sie die acht Gas-Laternen dort ersetzen. Aber die leuchten weiter.

Das klingt nach einem Schildbürgerstreich. Doch der zuständige Verkehrsdezernent Werner Leonhardt hat keine Wahl. Er muss zu seinem Wort stehen. Gegenüber der Düsseldorfer Initiative „Pro Gaslicht”, die von Kunst-Mäzenin Gabriele Henkel angeführt wird, gab er das Versprechen ab, keine weiteren Gaslaternen in der Stadt abzubauen oder auf LED oder Strom umzurüsten, bis die Politik klar Stellung bezogen hat. Solange, also bis zur entscheidenden Ratssitzung am 4. Februar, gilt das Moratorium.

Doch bevor die Stadt diese Zusicherung machte, war der Auftrag für die neue Beleuchtung an der Monheimstraße schon vergeben. Die Arbeiten konnten nicht mehr gestoppt werden. Die Anschlüsse sind schon verlegt, die Masten stehen, die Lampen werden bald oben drauf gesetzt, damit kein Rost ansetzt. Bisher wurden 20 000 Euro ausgegeben. „Ob das eine Fehlinvestition war, das werden wir noch sehen”, sagte der Referent des Dezernenten, Bernd Thomas, mit Blick auf die politische Entscheidung.

Bis dahin dürfen die neuen Laternen auch nicht leuchten. Andreas Meßollen von der Bürgerinitiative bleibt skeptisch. Er befürchtet, dass „Stück für Stück weitere Fakten geschaffen werden” Nur ein paar Häuserblocks weiter muss die Initiative tatenlos zusehen, wie am neuen Justiz-Zentrum gleich elf Gas-Laternen abgebaut werden, um helleren Leuchten Platz zu machen. So steht es in dem früher geschlossenen Rahmenvertrag mit dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes (BLB). Thomas: „Da können wir nichts machen. Vertrag ist Vertrag.”

Die Bürgerinitiative setzt sich für den Erhalt der über 16 000 Gaslaternen ein. Keine andere Stadt habe ein derart dichtes und intaktes Gas-Beleuchtungsnetz. Die Stadt soll sich dafür einsetzen, dass die Düsseldorfer Laternen in die Liste für das Weltkulturerbe aufgenommen werden. Zuerst wird im Januar der Verkehrsausschuss darüber beraten.

Michael Mücke

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