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Lasst die Dächer blühen!

15.04.2008 | 20:14 Uhr

UMWELT. Die Stadt appelliert an Hausbesitzer, für mehr Grün zu sorgen. Auf 535 Gebäuden wurde bereits gepflanzt.

UNTERBACH/BILK. Der Gärtner steigt auch aufs Dach. In Düsseldorf kommt das häufiger vor als bisher angenommen wurde. Auswertungen von Luftaufnahmen ergaben, dass allein in der Innenstadt (innerhalb des Lastringes) 535 Dächer auf einer Fläche von 104 000 Quadratmetern begrünt sind, berichtete gestern Werner Görtz, Leiter des Umweltamtes, und rührt rechtzeitig zum Europa-Wettbewerb Entente Florale die Werbetrommel dafür, triste Dachflächen in kleine Oasen zu verwandeln. Gemeinsam mit dem Deutschen Dachgärtner Verband lud die Stadt gestern zu einem Forum ins Palais Wittgenstein, um 180 Architekten, Bauherren, Betriebe und Interessierte zu überzeugen.

Klimapuffer gegen die Hitze

Angesichts der drastisch zunehmenden Versiegelung der Städte sei es umso wichtiger, einen ökologischen Ausgleich auf bebauten Grundstücken zu schaffen, betont der Geschäftsführer des Dachverbandes, Wolfgang Ansel. Für Amtsleiter Werner Görtz liegen die Vorteile auf der Hand.

Der Wichtigste: Mit Rasen, Stauden, Sträuchern und sogar Bäumen bepflanzte Dächer sorgen für etwas kühlere Luft und wirken im Hochsommer als "Klimapuffer" in der überhitzten Innenstadt. Bewohner fühlen sich auf ihrem Flachdach so wohl wie in einem Kleingarten. Wildbienen, Schmetterlinge und Laufkäfer finden auch in der City endlich wieder Rückzugsgebiete.

Am ehesten eignen sich Flächdächer von Hallen, Garagen und Häusern. Muss eh' saniert werden, kann der Umbau ohne Mehrkosten realisiert werden (der Preis liegt bei 30 bis 50 Euro pro Quadratmeter). Zuvor muss der Statiker prüfen, ob das Dach die Last trägt.

Im Raum Düsseldorf haben sich fünf Firmen auf diese Arbeiten spezialisiert, um Folien und Drainagen fachgerecht zu installieren, spezielles Substrat zu verteilen und für die richtige Auswahl widerstandsfähiger Pflanzen zu sorgen. Schließlich will kein Hauseigentümer ständig aufs Dach, um zu gießen.

Erste Öko-Siedlung vor 30 Jahren

Schon vor 30 Jahren gab es die ersten Rasen-Dächer in Düsseldorf. Die Öko-Siedlung an der Straße "Am Langenfeldsbusch" in Unterbach leistete damals Pionierarbeit. Und noch heute grünt es dort auf den Häusern.

Eines der jüngsten Beispiele ist die Neubausiedlung an der Orsoyer Straße in Golzheim. Dort wurden grüne Dächer im Bebauungsplan festgelegt. Für den Investor kein Problem. Weitere Vorhaben wurden vor allem im Bezirk 3 umgesetzt: auf der Seniorenresidenz an der Fruchtstraße, im Medienhafen, auf dem Life-Science-center am Merowinger Platz. Das größte begrünte Dach (7000 Quadratmeter) liegt auf dem Haus der Ärzteschaft an der Tersteegenstraße.

Früher gab es noch Fördermittel vom Land. Die stehen heute nicht mehr zur Verfügung. Unter Umständen gibt es etwas Geld von der Stadt aus der Umweltprojektförderung: Tel: 892 5003. Infos im Internet: www.dachgaertnerverband.de

MICHAEL MÜCKE

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Kommentare
15.04.2008
23:37
Lasst die Dächer blühen!
von USch | #3

Ach, dann gibt es wahrscheinlich einen Dachgarten in den geplanten Jan-Wellem-Platz Bauten???

Nein im Ernst: Bei einer versiegelten Fläche ist der Sinn einer Dachbegrünung aus ökologischer Sicht irrelevant. Was mehr bringen würde wäre die Nutzung der Dachfläche zur Wärme- und Stromgewinnung, dann könnten die Flächen, die derzeit zur Brennstoffgewinnung genutzt werden, mit langfristig CO2-bindenden Gewächsen, sprich Bäumen, bepflanzt werden. Somit würden wir einen Ausgleich für die Abholzung des Regenwalds schaffen, und zwar auf unsere Kosten und bei uns.

Was machen wir statt dessen? Pseudogrün aufs Dach und weitere Versiegelung um Solarkraftwerke zu bauen...

15.04.2008
23:01
Lasst die Dächer blühen!
von Paula Pink | #2

So bekommt die Entente Florale endlich einen Sinn!

15.04.2008
22:21
Lasst die Dächer blühen!
von Manfred Schneider | #1

Gute Sache.

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