Langfinger auf der Liegewiese
04.08.2009 | 17:56 Uhr 2009-08-04T17:56:00+0200
Die Polizei warnt vor Dieben im Freibad. In Hilden vertrauen viele Badegäste aufs Schließfach, das ist sicher – meistens.
Hilden. Einfach nur Abkühlung. Der Rest ist egal. An heißen Tagen springen die Hildener ins kühle Nass des Waldbads wie Lemminge über die Klippe. Gerade die aufkommende Sorglosigkeit sobald die Temperaturen klettern, nutzen Langfinger jetzt wieder vermehrt aus. Die Polizei warnt: „Den Straftätern wird es leider immer wieder zu leicht gemacht.” Besonders im Freibad.
Gerade bei jungen Gruppen will oft keiner zurückbleiben, wenn es Richtung Wasserrutsche geht. Und so ruhen Geldbörse, Schmuck und Uhren unter Handtüchern und Kleidungsstücken. Solche Verstecke schrecken keinen Dieb ab. Die Kreispolizei sagt: „Ein einziger Griff genügt und unbeaufsichtigte Wertsachen wechseln den Besitzer.” Die Beamten weisen speziell auf die Anonymität auf den Liegewiesen hin. Obwohl sich rings um die eigene Decke viele Menschen tummeln, merken sich die wenigsten der Badegäste, wer an welchen fremden Sachen etwas zu suchen hat.
Im Hildener Waldbad haben viele Besucher ein Bewusstsein für die Problematik entwickelt – oder behaupten es zumindest. Andrea Bremm spricht sich von jedem Leichtsinn frei. Sie kann von sich behaupten, noch nie bestohlen worden zu sein. Und es soll auch nicht so weit kommen. Die 35-Jährige sagt: „Handy und Geldbörse kommen bei mir immer ins Schließfach.”
So wollte auch der 16-jährige Domenik Schmidt sein Hab und Gut schützen. Doch: „Genau an dem Tag wurden dann die Schließfächer aufgebrochen.” Zum Glück habe ihn der Vorfall lediglich um ein paar Euro erleichtert. Seitdem wacht er lieber mit seiner Freundin über seine Wertsachen. „Einer passt immer auf.”
Ein paar Schritte weiter übers Gras hat es sich Gisela Czaja auf einem Liegestuhl gemütlich gemacht. Ihre Sorgen hat sie abgelegt – im Schließfach. Nur hat die 67-Jährige mit dem Depot am Schwimmbadeingang noch niemals schlechte Erfahrungen gemacht. In 30 Jahren sei ihr noch nie etwas passiert. Sie schwört auf das System: „Man schließt die Sachen einfach weg und den Euro kriegt man am Ende noch wieder – das ist die beste Sache, die es gibt.”
Leider ist nicht jeder so vernünftig. Das zeigt die Erfahrung der Polizei mit „leichten Opfern”. Gerade Handys und Spielekonsolen sind neuerdings begehrt bei Kriminellen. Deshalb raten die Ordnungshüter: „Nehmen Sie nur mit, was Sie unbedingt benötigen.”
Zudem empfiehlt die Polizei ebenfalls das Nutzen von Schließfächern – die in der Regel sicher sind. Und: Die Beamten wünschen sich mehr Aufmerksamkeit: „Wenn Sie etwas Verdächtiges beobachten, melden Sie es dem Bademeister.” Wachsame Mitmenschen sind nämlich der größte Feind des Freibad-Diebes...
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