Das aktuelle Wetter Duesseldorf 12°C
Prozess

Labrador ist nicht der Mörder - Ehemann muss acht Jahre in Haft

21.02.2012 | 14:15 Uhr
Labrador ist nicht der Mörder - Ehemann muss acht Jahre in Haft
Das Düsseldorfer Landgericht hat einen 50-Jährigen zu langer Haft wegen Körperverletzung mit Todesfolge verurteilt. Der Mann soll seine Ehefrau getötet haben - die Schuld daran schob er dem Labrador der Familie in die Schuhe. Bei dem Hund auf dem Bild handelt es sich aber nicht um das "beschuldigte" Tier.Foto: Hayrettin Özcan

Düsseldorf.   Das Landgericht in Düsseldorf hat einen Labrador von dem Verdacht entlastet, sein Frauchen getötet zu haben. Der Hund habe der 44-Jährigen solche Verletzungen, die der Gerichtsmediziner feststellte, so nie zufügen können. Der Ehemann der Toten, der in Revision gegangen war, verurteilte die Kammer zu acht Jahren Haft wegen Körperverletzung mit Todesfolge.

Acht Jahre Haft lautet das Urteil im Prozess um die erwürgte 44-Jährige. Das Landgericht Düsseldorf verurteilte den Ehemann (50) wegen Körperverletzung mit Todesfolge. Damit ist im zweiten Prozess zwar der Schuldspruch milder, die Strafe bleibt aber gleich. Der Fall hatte vor allem Aufsehen erregt, weil die Verteidiger den Labrador des Paares als möglichen Täter ins Spiel gebracht hatten.

Der Angeklagte war 2011 zu acht Jahren wegen Totschlags verurteilt worden. Er ging erfolgreich in Revision, daher wurde Fall erneut verhandelt. Die Tote war im November 2010 im Bad gefunden worden. Der Angeklagte sagte aus, er habe ihr nachts von der Toilette helfen wollen, sie sei betrunken auf den Boden geglitten, habe dort liegen bleiben wollen. Erst tags darauf gegen 16 Uhr habe er sie gefunden.

Hund kann keinen Bruch im Kehlkopf bewirken

Auch diesmal glaubte ihm das Gericht nicht. Sie seien „zu der uneingeschränkten Überzeugung gelangt“, dass er sie „so lange würgte, bis sie tot war“, so der Vorsitzende Richter Rainer Drees. Aber es sei nicht sicher, dass er ihren Tod wollte. Das hatte auch der Bundesgerichtshof erklärt, als er den Fall zurückverwies. Drees sagte, es sei wahrscheinlich, dass der Angeklagte bewusst handelte. Immerhin musste er ihren Hals bis zum Tod minutenlang zupressen. Aber da er stark alkoholisiert war, sei das nicht sicher.

Das Gericht widersprach den Verteidigern, die Freispruch gefordert hatten, weil es Zweifel an der Täterschaft des Angeklagten gebe. Alle anderen Verdächtigen hätten kein Motiv. Drees ging auch auf den skurrilen Verdacht ein, der Labrador habe sie erstickt: Er nannte die Idee „abwegig“. Brüche im Kehlkopf könne kein Hund bewirken. Zudem habe das Tier nicht ins Bad gekonnt, da die Tür nach Aussage des Angeklagten ja zu war.

Gegen den 50-Jährigen sprach auch, dass er seine Frau oft angegriffen hat. Es sei auch nicht nachvollziehbar, dass er viele Stunden nicht nach ihr sah. Obwohl er viel getrunken hatte, hielt ihn das Gericht nicht für vermindert schuldfähig. Er sei Alkohol gewohnt. Das Gericht folgte dem Antrag der Staatsanwaltschaft: Acht Jahre seien „Tat und Schuld angemessen“, so Drees.

Katharina Rüth

Facebook
 
Kommentare
21.02.2012
16:06
Labrador ist nicht der Mörder ?
von a_ha | #3

Vorsicht! Labradore spielen Einbrecher tot!

21.02.2012
15:27
Labrador ist nicht der Mörder - Ehemann muss acht Jahre in Haft
von oderfla | #2

eine unverschämtheit einem hundchen hier die tat in die schuhe schieben zu wollen.

hier versuchte die verteidigung auf das offenkundige problem mit aggressiven und gefährlichen hunden aufzuspringen. immer wieder gibt es berichte über durch hunde getötete oder schwer verletzte menschen. auch durch labradore. hier gilt es zunächst zu überprüfen ob diese tiere nicht auch auf "die liste" sollten.

in diesem fall trifft hundchen sicher keine schuld, aber noch dieses jahr werden wir hier lesen, dass ein labrador oder ein vergleichbares tier einen menschen getötet hat, wetten?

3 Antworten
Labrador ist nicht der Mörder - Ehemann muss acht Jahre in Haft
von runningvalentino | #2-1

Ein Labrador, der Menschen tötet??? Ist bei dir immer noch Karneval oder bist du immer soooo umwerfend komisch?

Ich glaube, du gehörst auch auf eine Liste !

Labrador ist nicht der Mörder - Ehemann muss acht Jahre in Haft
von fields | #2-2

Oderfla!!!!
Wer sich wie ein Wurm benimmt, darf sich nicht wundern wenn er getreten wird!!!

Labrador ist nicht der Mörder - Ehemann muss acht Jahre in Haft
von oderfla | #2-3

Im Sommer 2000 reißt im schwäbischen Untergruppenbach ein Labrador einem 24jährigen die Halsschlagader auf – der Mann verblutet. (Stern Nr. 39 v. 21.9.2000, Seite 56 f., Autor Günter Handlötgen. Originalbericht jedoch in Heilbronner Stimme (Stadt) Ausg. V. 3. und 5.5.2000)

glaub mir valentino, es gibt nichts was es nicht gibt!

21.02.2012
14:49
Labrador ist nicht der Mörder - Ehemann muss acht Jahre in Haft
von Marcel1977 | #1

"Zudem habe das Tier nicht ins Bad gekonnt, da die Tür nach Aussage des Angeklagten ja zu war"

Selbst Katzen können Türen öffnen sofern die eine Klinke haben. Bei meinen Eltern hat die Wohnungstür genau aus dem Grund schon immer innen einen Drehknauf.

3 Antworten
Labrador ist nicht der Mörder - Ehemann muss acht Jahre in Haft
von wonko2 | #1-1

Jap, so einen Hund hatte ich auch; allerdings hat der nie gelernt, die Tür auch wieder hinter sich zu schließen.

Labrador ist nicht der Mörder - Ehemann muss acht Jahre in Haft
von fields | #1-2

Labrador hat Frauchen erwürgt????? Unfassbar !

Labrador ist nicht der Mörder - Ehemann muss acht Jahre in Haft
von gatagorda | #1-3

Katzen eher als Hunde, da diese den Mechanismus eher durchschauen nur mit dem Zumachen klappt es nicht so ganz

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/6385838/create

Aktuelle Fotos und Videos
Aus dem Ressort
Nichtschwimmer stirbt nach Badeunfall
Unglück
Tödlicher Leichtsinn: Das Abtauchen ins kühle Nass an einem sommerlich-warmen Abend kostete einem 36-Jährigen das Leben. Obwohl der Leiharbeiter aus Polen Nichtschwimmer war, sprang er am Sonntag gegen 19.20 Uhr in den Elbsee. Dabei hatte der Mann offensichtlich unterschätzt, dass es hier schon am...
Hohe Waldbrandgefahr in Düsseldorf
Feuerwehr
Eine achtlos weggeworfene Zigarettenkippe kann ausreichen, um einen verheerenden Waldbrand auszulösen. Die Stadt Düsseldorf mahnt deshalb besonders jetzt zum vorsichtigen Umgang mit Feuer im Freien. Bei Verstößen gegen Verbote drohen hohe Strafen.
Text