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Prozess

Kunstprofessor hält angebliches Immendorff-Bild für Fälschung

23.08.2012 | 10:00 Uhr
Jörg Immendorff erlag am 28. Mai 2007 der Nervenkrankheit ALS. Vor dem Landgericht Düsseldorf wird der Streit um die Echtheit eines Immendorff-Bildes ausgetragen.Foto: kino

Düsseldorf.   Klare Einordnung im Prozess um ein angebliches Gemälde von Jörg Immendorff: Kunsthistoriker Siegfried Gohr hält das umstrittene Bild eindeutig für eine Fälschung. Ein Sammler hatte für das Werk einst 30 000 Euro bezahlt. Immendorffs Witwe will es vernichten lassen.

Das Urteil war eindeutig: „Wenn das der gleiche Künstler gemalt hat, muss ich meinen Beruf aufgeben“, erklärte am Mittwoch Siegfried Gohr (62), Kunsthistoriker und Professor an der Kunstakademie. Er war als Experte geladen im Prozess am Landgericht um die Echtheit eines Immendorff-Bildes. Seiner Meinung nach ist es eine Fälschung.

Ein Sammler hatte das Gemälde „Ready-made de l’Histoire dans Café de Flore“ 1999 als echtes Werk des Künstlers Jörg Immendorff gekauft, 30 000 Mark dafür gezahlt. Als er es 2008 nach dem Tod des Malers weiterverkaufen wollte, meldete sich Immendorff-Galerist Michael Werner: Das Bild sei nicht echt.

Witwe Oda Jaune wollte das Bild vernichten lassen

Ich. Immendorff.

Die Witwe des Künstlers Oda Jaune wollte daraufhin das Bild vernichten lassen, was der Sammler per Einstweiliger Verfügung vorläufig verhinderte. Seitdem streiten die beiden um die Echtheit des Bildes.

Galerist Michael Werner hatte dem Gericht erklärt, das Bild sei eine Kopie eines Werks, das in Neuseeland hängt, wohl von einer Projektion abgemalt. Genauso argumentiert Siegfried Gohr. Er demonstrierte mit einer transparenten Folie, dass das umstrittene Bild von einer Verkleinerung des Originals abgepaust sei.

Gohr gilt als bester Immendorff-Kenner

Ausstellung zeigt Immendorff-Werke

Die Figurengruppe im Zentrum des Bildes – bekannte Künstler wie Beuys, Duchamp, Kirchner und Beckmann sowie Immendorff selbst an einem Tisch – stimme in ihren Umrissen mit dem Original überein. Die Darstellung sei aber gröber und flacher – wie bei einer Projektion. Auch ein Motiv im Hintergrund sei gar nicht mehr zu erkennen.

Gohr erstellt derzeit ein Werksverzeichnis zu Immendorff, gilt als bester Kenner des Künstlers. Der Besitzer des Bildes hält ihn jedoch nicht für neutral. Das Gericht verkündet sein Urteil am 17. Oktober.

Katharina Rüth


Kommentare
23.08.2012
12:02
Kunstprofessor hält angebliches Immendorff-Bild für Fälschung
von Czerwi | #2

Ich hab einen LCD-Bilderrahmen. Das wäre doch mal eine Investition für den Sammler. Dann muss er auch keine Gerichte mehr bemühen, sondern kann bei plötzlichem Missfallen einfach umschalten.

23.08.2012
11:13
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Name von Moderation entfernt | #1

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