„Kunst am Bau kostet Stadt Düsseldorf Millionen“

Die Terrasse vor der Alfred-Herrhausen-Schule in Garath, gestaltet von der Künstlerin Ute Reeh, gilt in der Ampel-Kooperation als Musterbeispiel für Kunst am öffentlichen Bau
Die Terrasse vor der Alfred-Herrhausen-Schule in Garath, gestaltet von der Künstlerin Ute Reeh, gilt in der Ampel-Kooperation als Musterbeispiel für Kunst am öffentlichen Bau
Foto: Georg Salzburg
Was wir bereits wissen
Die Ampel-Kooperation hat im Stadtrat beschlossen, dass bei neuentstehenden öffentlichen Gebäuden bis zu zwei Prozent der Kosten für Kunst am Bau investiert werden sollen.

Düsseldorf..  Obwohl der Punkt weit hinten auf der Tagesordnung stand und es nur um den Antrag für ein Konzept ging, entwickelte sich dazu eine der grundlegendsten Debatten am Donnerstag in der Sitzung des Düsseldorfer Stadtrates. Das Thema: Einrichtung einer Kunstkommission, die über Kunst am Bau und Kunst im öffentlichen Raum entscheiden soll.

Der Knackpunkt: Bis zu zwei Prozent der Kosten bei Bauprojekten sollen künftig für Kunst ausgegeben werden. „Die Idee passt nicht zu dem Appell des Oberbürgermeisters, das Geld der Stadt zusammenzuhalten“, sagt CDU-Fraktionsvize Andreas Hartnigk. Die CDU kritisiert auch, dass Künstler in einer Kommission selbst über die Auswahl der finanzierten Projekte entscheiden sollen – und fürchtet ein intransparentes Verfahren, das die Stadt Millionen pro Jahr kostet. „Es gibt doch einen Beirat für Bildende Kunst, den sollte man stärken“, so Hartnigk.

Die Ampel verteidigt ihren Beschluss mit drei Argumenten: Zum einen handele es sich eigentlich um eine alte Regelung, die sie wieder mit Leben fülle. Außerdem sehe die geplante Regelung vor, dass bis zu zwei Prozent der Bausumme ausgegeben werden, die Höhe also flexibel sei. Zudem solle die Kunstkommission so früh in Projekte eingebunden werden, dass nicht am Ende aus Verlegenheit ein Brunnen oder eine Skulptur vor den Neubau gestellt werden. Sie solle dadurch neue, außergewöhnliche Kunstprojekte ermöglichen.

Als Musterbeispiel verweisen die Vertreter von SPD, FDP und Grünen gerne auf die Alfred-Herrhausen-Schule in Garath. Dort hat die Künstlerin Ute Reeh gemeinsam mit den Schülern eine Terrasse gestaltet. Diese hätte ohnehin gebaut werden müssen, sei nun deutlich attraktiver als üblich und habe den schönen Nebeneffekt, dass die Schüler sie so mögen, dass es keine Schmierereien oder andere Formen des Vandalismus gebe, sagt FDP-Ratsherr Manfred Neuenhaus. „Wenn Kunst am Bau so gelingt, dann ist sie für das Schulleben genauso wichtig wie ein Chemieraum.“ Clara Deilmann (Grüne) lobt den „neuen Weg“. „Wir wollen, dass man direkt sieht, dass man sich in einer Kunststadt befindet.“ Zusätzliche Argumente liefern die Städte München und Dresden. Dort gibt es eine solche Kommission bereits, die Ergebnisse seien durchweg positiv, heißt es. In der Kommission sollen auch in Düsseldorf Künstler die Mehrheit haben, damit die Politik die Entscheidungen nicht diktiert.

Der Antrag wurde mit den Stimmen der Ampel, der Linkspartei und des Piraten angenommen. Die Stadtverwaltung soll nun nach den Herbstferien das konkrete Konzept vorlegen.