Das aktuelle Wetter Duesseldorf 7°C
Politik

Kultur-Auftrag: Sparen!

22.10.2012 | 19:14 Uhr
Kultur-Auftrag: Sparen!
Der Bürgermeister Friedrich G. Conzen posiert am 10. März 2010 in der Galerie Conzen vor der Kamera. Foto: Sergej Lepke / WAZ FotoPoolFoto: Sergej Lepke

Düsseldorf. Wer um Begriffe feilscht, nährt den Verdacht, das Kind nicht deutlich beim Namen nennen zu wollen: Sparen heißt es für die Kultur. Auch wenn OB Dirk Elbers von „Risikovorsorge“ spricht, oder von Effizienzprüfung für alle Häuser.

Die Erfahrung lehrt: Ruft die Stadt Unternehmensberater auf den Plan, stehen am Ende Kürzungen an.

Noch sei für die Oper kein Auftrag an eine Prüfungsfirma erteilt, sagte Friedrich G. Conzen, Bürgermeister und Kulturausschuss-Vorsitzender, gestern auf NRZ-Nachfrage. Geplant ist sie zweifellos. Dabei ist die Zukunft der Deutschen Oper am Rhein als Zweistädte-Institut weiter ungewiss. Erst gestern hatte der Duisburger Kulturausschuss in einer Sondersitzung seine eigentlich am 31. Oktober fällige Entscheidung über eine Verlängerung des Vertrages um weitere fünf Monate auf März 2013 verschoben. „Aber, dass Duisburg eine Millionen Euro einsparen muss, ist sicher“, betont Conzen den Etat-Verlust für Düsseldorf. Und wie sieht es mit der Finanzierung der zu erwartenden Tarifsteigerungen in den nächsten Jahren aus?

Der Kämmerer habe, so Cornelia Mohrs (SPD), bei einem Vortrag in der SPD-Ratsfraktion erklärt, dass er die Tariferhöhungen für die Mitarbeiter der Oper (rund 300 000 Euro) sowie für die Kollegen des Schauspielhauses (circa 200 000 Euro) nicht auffangen werde. „Am Ende ist es genau das: Oper und Schauspielhaus werden in 2013 und 2014 weniger Geld zur Verfügung haben als sie brauchen, weil die Stadt ihre Zuschusszahlung kürzt.“

Wer ist der nächste auf der Sparliste? CDU-Mann Conzen spricht sich dafür aus, „dass die Institute insgesamt parallel geprüft werden“. Dabei gehe es um Synergieeffekte in bestimmten Aufgabenbereichen wie Ausstellungsvorbereitung und Marketing. Aber das sei noch in der Diskussion.

Apropos Diskussion: Wo wird die denn ausgetragen? „Der Kulturausschuss wird informiert“, versicherte Conzen gestern, ohne einen Termin zu nennen. „In der nächsten Sitzung sicher noch nicht.“ Dass das von Boston Consulting erstellte Gutachten für das Museum Kunstpalast dem Ausschuss bislang nicht zur Verfügung gestellt wurde, hatte Grünen-Fraktionssprecher Norbert Czerwinski kritisiert. „Wenn in dieser Art und Weise weitere Untersuchungen in den einzelnen Instituten vorgenommen werden, wie jetzt aktuell für die Oper angekündigt, ist eine politische Bewertung quasi unterbunden.“

Übrigens: Das Gesamtvolumen des städtischen Haushalts beträgt 2,7 Milliarden Euro. Rund 135 Millionen gibt die Stadt für Kultur aus. Gerade mal 5 Prozent des Etats!

Ulrike Merten

Facebook
 
Kommentare
23.10.2012
00:27
Kultur-Auftrag: Sparen!
von wolla | #1

Das ist sehr peinlich für die sogenannte Kunststadt Düsseldorf. Herr Erwin wusste, daß man den Bürgern etwas bieten muss, um sie zu motivieren nach Düsseldorf zu kommen, bzw. dort zu bleiben.
Es ist ein Skandal, daß das reine Umsetzen eines Info Pavillions (Kö-Bogen) mit 880.000 EUR mehr kostet als der Jahreszuschuss des Landes NRW für das NRW Forum (780.000 EUR). Rechnen kann Herr Elbers offenbar nicht.
Bitte wach werden bei der Stadt, sonst hat es sich bald mit der Kunststadt Düsseldorf.

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/7220090/create

Fotos und Videos
CSD in Düsseldorf
Video
Video
CSD in Düsseldorf
Bildgalerie
Parade
Düsseldorfer Jazz Rally
Bildgalerie
Festival
Jazz Rally
Bildgalerie
Fotostrecke
Aus dem Ressort
Haftbefehl gegen Rotlichtgröße Wollersheim ist aufgehoben
Justiz
Der Haftbefehl gegen die Düsseldorfer Rotlichtgröße Bert Wollersheim ist aufgehoben. Der Bordellchef und TV-Soap-Akteur habe die Geldstrafe wegen Versicherungsverstoßes akzeptiert. Der Haftbefehl war erlassen worden, da Wollersheim zu einem Prozesstermin in Krefeld nicht erschienen war.
Radler biss Autofahrer in die Augenbraue
Prozess
Das Verhältnis von Autofahrern und Radfahrern ist schwierig. Eine besonders ungewohnliche Form nahm vor anderthalb Jahren die Auseinandersetzung zwischen zwei Vertretern dieser Spezies an: Der Radfahrer (54) biss dem Autofahrer (44) in die Augenbraue. Jetzt steht er wegen Körperverletzung und...